Kommentar über Lage in Kolumbien

Frieden in Gefahr

Nur wenn beide Seiten den Friedensprozess wirklich ernst nehmen, kann er noch gerettet werden. Das meint unser Korrespondent Klaus Ehringfeld.
30.08.2019, 19:00
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Von Klaus Ehringfeld
Frieden in Gefahr

Luciano Marin alias "Ivan Marquez" umgeben von Kameraden. Mit einen Video kündigte der frühere Farc-Kommandeur an, es beginne "eine neue Etappe des Kampfes".

COLPRENSA/DPA

Der Frieden in Kolumbien scheint beendet, bevor er überhaupt richtig begonnen hat. Drei Jahren nach Unterzeichnung des historischen Havanna-Abkommens zwischen Farc-Guerilla und der Regierung hakt es bei der Umsetzung an allen Ecken und Enden. Die demobilisierten Rebellen hängen in der Luft, ohne Perspektive, viele ohne Job und ohne soziale Sicherheit. Hauptverantwortlich dafür ist die Regierung, die den Friedensvertrag ausbluten lässt. Nach außen bekennt sich der Rechts-Präsident Iván Duque zu dem Abkommen, für das sein Vorgänger Juan Manuel Santos den Friedensnobelpreis erhalten hat. Nach innen aber tut er sehr viel, um den Friedensvertrag zu boykottieren.

Knapp zweitausend der 13.000 ehemaligen Rebellen haben dem Friedensprozess bereits den Rücken gekehrt. Mit dem Auftauchen einer neuen Guerilla werden noch mehr Ex-Guerilleros versucht sein, wieder in den Untergrund zu gehen. Nur wenn die Regierung und auch die zu Politikern gewordenen Farc-Führer sich jetzt unmissverständlich zum Frieden bekennen, kann dieser in dem von Gewalt gebeutelten Land noch gelingen. Aber es wird eine schwere Aufgabe.

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