Kommentar über Friedrich Merz' Ambitionen Showdown im Sauerland

Friedrich Merz, beim Kampf um den CDU-Vorsitz gegen Armin Laschet unterlegen, strebt in den Bundestag. Sein Ziel könnte es sein, nach der Wahl auf einen Ministerposten zu pochen, meint Hans-Ulrich Brandt.
07.03.2021, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Showdown im Sauerland
Von Hans-Ulrich Brandt

Friedrich Merz tut es schon wieder: Er kandidiert! Diesmal allerdings hat sich der ehrgeizige Christdemokrat ein eher bescheidenes Ziel gesetzt: Der Mann aus Brilon, der jetzt in Arnsberg wohnt, will in seiner Heimat, dem Hochsauerlandkreis, für die CDU in den Bundestag einziehen. Seine Kandidatur ist nicht ohne Pikanterie, denn für ihn müsste Patrick Sensburg verzichten – ausgerechnet der Mann, der ihn 2009 nach seinem Ausscheiden aus dem Bundestag in diesem Wahlkreis beerbte. Doch der will nicht weichen – Mitte April droht eine Kampfkandidatur. Ein Showdown im Sauerland.

Aber mit dem Kampf um Posten kennt Merz sich ja aus, wenn auch mit für ihn schmerzhaften Konsequenzen: Erst im Januar unterlag er Armin Laschet. Aus der Traum, Parteichef zu werden. Schon zum zweiten Mal: 2018 war es Annegret Kramp-Karrenbauer, die ihn abblitzen ließ.

Ohnehin klafft bei Merz eine große Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Der 65-Jährige sieht sich nicht irgendwo, er sieht sich ganz oben. Sich in den Dienst der Partei zu stellen, loyal zuzuarbeiten, ist für ihn keine Option. Zweimal lehnte er eine Mitarbeit im CDU-Präsidium ab, wollte stattdessen Wirtschaftsminister Peter Altmaier ablösen, den Merkel-Getreuen. Er scheiterte krachend. So intelligent Merz auch ist, bestimmte politische Prinzipien will er anscheinend nicht verstehen.

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Jetzt also wieder alles auf Anfang. Wieder die Kandidatur in seinem alten Wahlkreis, wo 1994 seine Zeit als Abgeordneter begann – sechs Jahre später seine kurze Karriere als Fraktionschef. Aber was plant Merz diesmal? Warum will der Sauerländer nach Berlin in den Plenarsaal?

Ganz sicher nicht, um fleißig Ausschussarbeit zu betreiben. Aber vielleicht, um dichter dran zu sein, wenn es nach der Wahl um Ämter geht? Die Ich-AG Merz hat nämlich ein Problem: Mag er auch in Teilen der CDU für unentbehrlich gehalten werden, insgesamt fehlt es ihm an Rückhalt. Aktuelle Umfragen zeigen das: Den größten Vertrauensschub erhält Armin Laschet im eigenen Lager. Den größten Rückgang hingegen muss Friedrich Merz verkraften. Da könnte es ihm helfen, zukünftig in der Fraktion Flagge zu zeigen.

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