Studenten aus Bremen stellen Untersuchung zur Verkehrssituation in Riede-Felde vor Für einen sicheren Schulweg

Thedinghausen·Riede. Der Renaissancesaal im Erbhof Thedinghausen ist oft ein Ort für Konzerte, Lesungen und Kunst. Am Donnerstagabend ging es aber nicht um klassische Musik oder Literatur, sondern um ein ganz anderes Themengebiet: Die Schulwegsicherheit in Riede-Felde.
25.06.2016, 00:00
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Für einen sicheren Schulweg
Von Onno Kutscher

Thedinghausen·Riede. Der Renaissancesaal im Erbhof Thedinghausen ist oft ein Ort für Konzerte, Lesungen und Kunst. Am Donnerstagabend ging es aber nicht um klassische Musik oder Literatur, sondern um ein ganz anderes Themengebiet: Die Schulwegsicherheit in Riede-Felde. Bachelorstudenten der Hochschule Bremen hatten im Rahmen ihres Studiums die Aufgabe bekommen, die Verkehrslage in Felde zu beleuchten, zu analysieren und Vorschläge zu entwickeln, die zur Verbesserung hinsichtlich der Verkehrssicherheit führen könnten (wir berichteten). Diese vor allem von der Bürgerinitiative „Mehr Schulwegsicherheit an Landesstraßen in Riede-Felde“ mit Spannung erwarteten Ergebnisse wurden jetzt vorgestellt.

Die Bürgerinitiative setzt sich bereits seit 2012 dafür ein, dass an der Felder Dorfstraße (L331) Zebrastreifen eingerichtet und der Radweg am Okeler Damm (L333) fertig gestellt wird, damit der Schulweg für die Kinder sicherer wird. Bei dieser Forderung haben sie jetzt Unterstützung von Bremer Studenten bekommen. Die hatten sich bei ihrer Untersuchung auf drei Problemstellen konzentriert: die erschwerte Straßenquerung an der L331, die schwer erreichbare Bushaltestelle an der L333 und den dort fehlenden Radweg in Richtung Okel. Im Zuge ihrer Arbeit hatten sie an drei unterschiedlichen Standorten und Vormittagen den Verkehr gezählt und das Tempo gemessen. Und aus Sicht der Studenten scheint es notwendig, den Verkehr in diesen Bereichen besser zu regulieren.

Um das in den Griff zu bekommen, schlagen sie gleich mehrere Lösungsansätze vor. So empfehlen die Studenten in ihrem Ergebnis unter anderem den Bau eines Kreisverkehrs an der Kreuzung Okeler Damm/Felder Dorfstraße im Bereich der Haltestelle Voigt. An gleicher Stelle wäre auch ein Fahrbahnteiler möglich, um die Geschwindigkeit der Autofahrer zu drosseln. Gleiches gilt für die Haltestelle Gasthaus Schierloh. „Dadurch haben die Kinder die Möglichkeit, leichter und sicherer über die Straße zu kommen“, erklärten die Studenten. Möglich sei laut Untersuchung auch ein Zebrastreifen in Felde Mitte. Zudem sprachen sich die Studenten dafür aus, dass der Radweg an der L 333 ausgebaut wird. Dafür könnten noch bis 2019 Fördergelder beantragt werden. Als weitere Lösung nannten sie die Möglichkeit, einen neuen Radweg über einen bereits bestehenden Wirtschaftsweg zu bauen.

Dass die Untersuchungen der acht Studenten auf Interesse stieß, zeigte sich an den zahlreichen Zuschauern. Neben Gästen und den Mitgliedern des Samtgemeinderates gehörten auch Marcus Neumann von der Polizeiinspektion Verden/Osterholz, Gisela Schütt von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Verden und Christian Groth, Fachdienstleiter Ordnung und Verkehr beim Landkreis, zu den Zuhörern – und die äußerten sich durchaus kritisch zu den Empfehlungen. „Aus Sicht der Polizei muss ich ganz klar sagen, dass es in dem Bereich Riede-Felde keine Häufung von Unfällen gibt. Für uns ist das eine unauffällige Stelle“, sagte Marcus Neumann von der Polizeiinspektion.

Dem widersprachen die Studenten nicht, merkten aber an, „dass es schon auffällig ist, wie lange die Kinder wegen des Verkehrs brauchen, um über die Straße zu kommen“. Dennoch sieht Neumann den Einsatz eines Zebrastreifens als nicht zielführend. „Wenn der nicht ausreichend frequentiert wird, dann achtet der Autofahrer da nicht drauf“, befand er.

Auch Gisela Schütt glaubt nicht, dass die Einrichtung von Zebrastreifen umzusetzen ist. „Landesstraßen haben eine gewisse Funktion für den Verkehr. Wir können nicht alle 30 Meter Zebrastreifen bauen“, erklärte sie. Auch einen Kreisverkehr kann sie sich an dieser Stelle nicht vorstellen. „Das ist nicht gerechtfertigt und auch zu teuer“, sagte sie.

Auch die Politik meldete sich nun zu Wort. Dieter Mensen von den Grünen fand durchaus Gefallen an der Idee, im Bereich der Haltestellen Zebrastreifen einzurichten. „Die Kosten nicht die Welt, damit sollten wir uns beschäftigen“, sagte er. Samtgemeindebürgermeister Harald Hesse sah das ähnlich. „Bei den kleinen Projekten habe ich Hoffnung, dass wir das umsetzen können. Bei den größeren sind sehr dicke Bretter zu bohren.“ Er sieht die Untersuchung der Bremer Studenten aber als „sehr gute Grundlage für weitere Diskussionen in den politischen Gremien“.

„Für uns ist das eine unauffällige Stelle.“ Marcus Neumann, Polizeiinspektion
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