Kommentar über ungleiche Lebensverhältnisse

Gegen Ungleichheit

Eine neue Kommission soll „für gleichwertige Lebensverhältnisse“ sorgen. Eine gute Sache und längst überfällig, findet unsere Autorin Kim Torster.
26.09.2018, 21:50
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Von Kim Torster
Gegen Ungleichheit

Franziska Giffey, Manuela Schwesig (SPD), Julia Klöckner (CDU) und Horst Seehofer (CSU).

Bernd von Jutrczenka/dpa

Horst Seehofer (CSU), Julia Klöckner (CDU) und Franziska Giffey (SPD) haben ab sofort eine gemeinsame Aufgabe: Sie leiten die neue „Kommission für gleichwertige Lebensverhältnisse“, die sich am Mittwoch konstituierte. Ziel dieser Kommission ist es, Lösungen gegen wachsende Ungleichheit im Land zu erarbeiten.

Das ist eine gute Sache und längst überfällig. Beschäftigen will man sich zunächst vor allem mit regionalen Unterschieden und den Nachteilen, die daraus für Menschen entstehen. So fallen ländliche Regionen in ihrer Entwicklung immer weiter zurück, weil stetig mehr Menschen in größere Städte ziehen, wo sie eine bessere Infrastruktur und ein breiteres soziales und kulturelles Angebot vorfinden – aber auch explodierende Mieten.

Auf dem Land wiederum gilt ein Ausbau eines solchen Angebots schon lange nicht mehr als rentabel, weil schlichtweg die Menschen fehlen. Der Osten kämpft zusätzlich mit einer Überalterung der Gesellschaft. Die Landbevölkerung stirbt dort buchstäblich aus, wie der aktuelle Bericht zur Deutschen Einheit zeigt.

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Das dürfte auch erklären, warum gerade Julia Klöckner in den Vorsitz der Kommission einberufen wurde: Klöckner, die Agrarministerin ist, wird wahrscheinlich vor allem die Problematik Landflucht thematisieren wollen. Abgehakt wäre die Liste der Probleme damit aber noch lange nicht. Denn obwohl Deutschland wirtschaftlich prima dasteht, wächst die Armut im Land kontinuierlich.

Gleichzeitig schaffen es nach wie vor wenig Menschen, ihre Gesellschaftsschicht zu verlassen: Wer in die Unterschicht geboren wird, der steckt dort fest. Das ist hoffentlich ein Thema für Familienministerin Giffey. Und Horst Seehofer? Der muss mitmachen, das verlangt seine Pflicht als Innenminister. Eine Lösung für die wachsende Diskriminierung durch Rassismus wird er aber wohl eher nicht parat haben.

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