Kennenlerntreffen der Parteichefs

Geschwurbel

Markus Söder hatte zum Kennenlerntreffen der Parteichefs Lebkuchen mitgebracht, was Süßes. Wer noch was will in der Koalition, sollte die Konflikte aber nicht überzuckern, findet Jürgen Hinrichs.
21.12.2019, 05:00
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Von Jürgen Hinrichs
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Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans, das Führungsduo der SPD, kommen zu einem Kennlerntreffen mit den Vorsitzenden der Unions-Parteien. Es gab Lebkuchen.

Fabian Sommer/DPA

Welche Zeit könnte besser sein, um Frieden zu suchen und nach vorne zu blicken. Und so taten es nun die Chefs der drei Berliner Koalitionsparteien. Ein Kennenlerntreffen, wie es hieß, bei dem zwar nicht der Heilige, wohl aber der konstruktive Geist beschworen wurde. Das sind die Worte, die nach der kurzen Zusammenkunft gewählt wurden, und sie allein verraten schon, wie matt und ausgezehrt die Große Koalition ist. Von Mut und Aufbruch keine Spur, und das wenige Tage vor Beginn eines Jahres mit kräftezehrenden Aufgaben.

Deutschland übernimmt die Ratspräsidentschaft in der EU, muss die ambitionierten Klimaziele in Angriff nehmen und steht vor den Herausforderungen der digitalen Revolution. Das ist viel und längst nicht alles – aber wo bleibt der Ruck, den es dafür braucht? Die Union: ideenlos. Die SPD: mit sich selbst beschäftigt.

Immerhin gibt es eine intakte Regierung, könnte man mit Blick auf einige Nachbarländer sagen. Doch ist das genug? Markus Söder hatte zum Kennenlerntreffen Lebkuchen mitgebracht, was Süßes. Wer noch was will in der Koalition, sollte die Konflikte aber nicht überzuckern, sondern sie endlich angehen.

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