Täter von Paris identifiziert Getöteter ist ein 20-jähriger Marokkaner

Bei dem vor einem Pariser Polizeikommissariat getöteten Mann handelt es sich nach Berichten französischer Medien um einen 20-jährigen Marokkaner.
07.01.2016, 13:09
Lesedauer: 2 Min
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Bei dem vor einem Pariser Polizeikommissariat getöteten Mann handelt es sich nach Berichten französischer Medien um einen 20-jährigen Marokkaner.

Der 20-Jährige soll im Zusammenhang mit einem gemeinschaftlichen Raub 2013 in Südfrankreich polizeibekannt sein. Als Geburtsort wird Casablanca in Marokko genannt, wie der französische Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Der Mann war am Donnerstag - dem Jahrestag des Anschlages auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" - von Polizisten erschossen worden, als er vor einem Kommissariat im Norden der Stadt mit der Attrappe eines Sprengstoffgürtels und einem Schlachterbeil auf die Polizisten zulief. Dabei rief er auf Arabisch "Allah ist groß!", wie die Pariser Staatsanwaltschaft mitteilte.

Bei sich hatte der Mann zudem eine Abbildung der Flagge der Terrororganisation Daesch.

Wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Justizkreise meldete, bestand die Bombenattrappe aus einer Tasche mit Klebeband, aus der ein Kabel herausragte. Es sei aber kein Sprengstoff gefunden worden. Der Mann, der von einem Sprengstoffroboter untersucht worden war, lag leblos auf dem Bürgersteig.

"Es ist viel zu früh, um von einem Terrorakt zu sprechen", sagte Brandet dem Sender France Info. "Man muss vorsichtig sein. Es handelt sich um einen Angriff."

Die Hintergründe waren zunächst unklar. Der Tatort nahe dem bei Touristen beliebten Viertel Montmartre wurde weiträumig abgesperrt, Innenminister Bernard Cazeneuve begab sich dorthin.

Bei den Anschlägen auf "Charlie Hebdo", eine Polizistin und einen koscheren Supermarkt hatten Islamisten im Januar 2015 insgesamt 17 Menschen getötet. In den folgenden Monaten war Frankreich immer wieder das Ziel islamistischer Terroristen. Gewalttätiger Höhepunkt war die Mordserie in Paris und Saint-Denis im November, bei der 130 Menschen getötet wurden. Seitdem gilt in Frankreich der Ausnahmezustand.

In dieser Woche wird mit zahlreichen Gedenkveranstaltungen an die Opfer der Januar-Anschläge erinnert. Am Donnerstag warb Präsident François Hollande vor Vertretern von Polizei, Gendarmerie und Militär erneut für eine Verschärfung der Sicherheitsgesetze. (dpa)

Der WESER-KURIER verwendet den Begriff „Islamischer Staat“ nicht, weil diese Terrorgruppe weder religiös motiviert noch ein Staat ist. Wir sprechen wie ihre Gegner von Daesch.

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