Kommentar über das Glasfasernetz Entwicklung verschlafen

Die EU ist Schuld, sagt Verkehrsminister Andreas Scheuer. Die Europäische Union als Sündenbock beim Thema Glasfaserausbau darzustellen, ist aber falsch, schreibt Jean-Pierre Fellmer.
16.05.2020, 05:00
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Entwicklung verschlafen
Von Jean-Pierre Fellmer

Deutschland liegt laut Ländervergleich bei den Haushalten mit einem Glasfaseranschluss aktuell auf Platz 30 und damit weit unter dem EU-Durchschnitt. „Glasfaser in jeder Region und jeder Gemeinde“, so steht es als Ziel im Koalitionsvertrag. Davon ist die Bundesregierung jedoch weit entfernt – bis 2025 wird sie ihre Pläne nicht umsetzen können. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) schiebt die Schuld auf die EU: Brüssel stehe auf der Leitung, sagt er, weil die Europäische Union ein Förderprogramm blockiere.

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Es ist aber nicht richtig, den Sündenbock in der EU-Kommission zu suchen, weil die Bundesrepublik das Thema Glasfaser seit Jahrzehnten verschlafen hat. Auch die Internet-Provider sind dabei Teil des Problems: Telekom-Chef Tim Höttges nennt sein Unternehmen in der Corona-Krise den Ackergaul, der den Pflug durchs Feld zieht. Dabei gibt es immer wieder Meldungen, wie das Unternehmen die Baupläne für neue Glasfaserleitungen anderer Anbieter strategisch durchkreuzt. Die Konsequenzen trägt bei der Geschichte leider der Verbraucher, der am Ende der Leitung wartet und wartet und wartet.

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