Kommentar über Labour-Chef Starmer

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Labour-Chef Keir Starmer gilt vielen als Heilsbringer einer am Boden liegenden britischen Opposition. Doch er wird mehr leisten müssen als veritable Kritik an der Regierung, meint Katrin Pribyl.
13.07.2020, 07:40
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Von Katrin Pribyl
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Aaron Chown

Als Heilsbringer, der Labour aus der Krise führen soll, bejubeln die meisten Moderaten Keir Starmer. Viele der radikalen Linken dagegen sehen den neuen Parteivorsitzenden als abgehobenen Juristen, dem es an sozialistischen Vorstellungen mangelt. Für Starmer gilt derweil als höchste Priorität, die zerrissene und vom inneren Kulturkampf ermüdete Partei zu einen. Dafür muss er die Sozialdemokraten mit einem pragmatischen Kurs zurück in die Mitte rücken und die Fanatiker aus den eigenen Reihen in die Schranken verweisen.

Zwar wollen es die Hardliner nicht hören, aber Labour schnitt bei der Wahl im vergangenen Dezember so schlecht ab wie seit 1935 nicht mehr. Die Opposition trägt eine erhebliche Mitschuld daran, dass sich die Politik des Landes in einem desaströsen Zustand befindet und der EU-Austritt von konservativen Brextremisten beherrscht wird.

Starmer muss fünf verlorene Jahre aufholen. Bei den Menschen wieder Vertrauen aufzubauen, braucht Zeit – und gute Inhal­te. In der jetzigen Krise mag es ankommen, dass der Ex-Generalstaatsanwalt regelmäßig das miserable Krisenmanagement der Regierung geißelt. Irgendwann aber wird das allein nicht mehr reichen.

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