Gegen Kappert-Gonther und Özdemir durchgesetzt

Grüne bestätigen Göring-Eckhardt und Hofreiter als Fraktionsspitze

Die Bundestagsfraktion der Grünen hat am Dienstagnachmittag ihre Doppelspitze Karin Göring-Eckhardt und Anton Hofreiter im Amt bestätigt.
24.09.2019, 06:49
Lesedauer: 2 Min
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Karin Göring-Eckhadt und Anton Hofreiter bleiben Vorsitzende der Bundestagsfraktion der Grünen. Sie wurden am Nachmittag wiedergewählt. Die 53-Jährige Göring Eckhardt setzte sich in Berlin gegen ihre Herausforderin Kirsten Kappert-Gonther mit 61,2 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang durch. Der 49-Jährige Hofreiter bekam im ersten Wahlgang 58,2 Prozent der Stimmen und gewann die Wahl damit gegen seinen Herausforderer Cem Özdemir.

Der frühere Parteichef Özdemir hatte sich zusammen mit der Bremer Abgeordneten Kirsten Kappert-Gonther für die Doppelspitze beworben. Der Schwabe Özdemir hatte schon vor zwei Jahren überlegt, anzutreten. Dass die Bremerin mit ihm ins Rennen ging, überraschte viele, denn Kappert-Gonther ist erst seit Herbst 2017 im Bundestag. Als drogenpolitische Sprecherin der Fraktion blieb sie bisher auf Bundesebene eher unauffällig.

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Von den beiden Chefposten in der Fraktion muss einer an eine Frau gehen. Normalerweise sind auch beide Parteiflügel an der Spitze vertreten. Özdemir und Göring-Eckardt (53) zählen zu den Realos, Hofreiter (49) und Kappert-Gonther zu den Linken. In den ersten beiden Wahlgängen ist eine Mehrheit von 34 der 67 Stimmen notwendig, um gewählt zu werden. Im dritten Wahlgang reicht die relative Mehrheit.

In der Fraktion sind nicht alle glücklich mit dem Führungsduo Hofreiter/Göring-Eckardt. Bei der vorigen Wahl hatten beide nur rund zwei Drittel der Stimmen bekommen, obwohl sie keine Gegenkandidaten hatten. Zur Unzufriedenheit trägt auch bei, dass in der Bundespartei mit der Wahl der neuen Chefs Robert Habeck und Annalena Baerbock zwar Aufbruchstimmung eingezogen ist, die Fraktion im Vergleich dazu aber eher unterstützt als glänzt.

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Die Wahl der Fraktionschefs an diesem Dienstag wird auch deswegen als so wichtig eingeschätzt, weil die Grünen Teil der nächsten Bundesregierung werden könnten - und die Vorsitzenden der Fraktion dann gute Chancen hätten, ein Ministeramt zu bekommen.

Gewählt wird auch bei der SPD, der AfD und der FDP. Die Sozialdemokraten kürten am Nachmittag Rolf Mützenich zum neuen Fraktionschef. Der 60-Jährige erhielt 97,7 Prozent der Stimmen - 129 Abgeordnete stimmten mit Ja, 2 mit Nein, es gab eine Enthaltung. Der Kölner Bundestagsabgeordnete hatte die Fraktion als dienstältestes Mitglied zuletzt bereits kommissarisch geleitet, nachdem Andrea Nahles Anfang Juni als Vorsitzende zurückgetreten war. Dabei führte er die Abgeordneten weitgehend geräuschlos durch den Sommer.

Mützenich sitzt seit 2002 für die SPD im Bundestag und war lange ihr außenpolitischer Sprecher. Seit Ende 2013 war er stellvertretender Fraktionsvorsitzender.

Bei der AfD kandidieren die beiden Vorsitzenden, Alexander Gauland und Alice Weidel, erneut als Team für die Fraktionsspitze. Ihre Chancen, gemeinsam erneut gewählt zu werden, stehen nach Einschätzung aus Fraktionskreisen gut. Auch die FDP-Fraktion wählt turnusgemäß den kompletten Vorstand neu. Bis Montagnachmittag gab es aber keine Gegenkandidaten für Fraktionschef Christian Lindner und seine Stellvertreter. Die Neuwahl des Vorstands der Linksfraktion findet wahrscheinlich erst nach der Landtagswahl in Thüringen Ende Oktober statt. (dpa)

++ Dieser Artikel wurde um 17.22 Uhr aktualisiert ++

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