Baugebiet trotz einiger Bedenken beschlossen Grünes Licht für Köhlerwiese

Ganderkesee. Die Mitglieder des Rates der Gemeinde Ganderkesee haben in ihrer letzten Sitzung dieser Wahlperiode mit einer deutlichen Mehrheit zwar endgültig grünes Licht für eine Bebauung der Köhlerwiese gegeben, aber die kritischen Stimmen sind bis zuletzt nicht verstummt. Wie berichtet, sollen auf dem Areal zwischen der Bergedorfer Straße und der Bahntrasse rund 80 bis 100 Wohneinheiten überwiegend in Mehrfamilienhäusern entstehen.
24.06.2016, 00:00
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Die Mitglieder des Rates der Gemeinde Ganderkesee haben in ihrer letzten Sitzung dieser Wahlperiode mit einer deutlichen Mehrheit zwar endgültig grünes Licht für eine Bebauung der Köhlerwiese gegeben, aber die kritischen Stimmen sind bis zuletzt nicht verstummt. Wie berichtet, sollen auf dem Areal zwischen der Bergedorfer Straße und der Bahntrasse rund 80 bis 100 Wohneinheiten überwiegend in Mehrfamilienhäusern entstehen.

Insbesondere Grünen-Ratsherr Reinhold Schütte gab in der Sitzung noch einmal seinen rechtlichen Bedenken Ausdruck, da es sich bei dem Vorhaben um ein „unechtes Mischgebiet“ handele, auf dem eine reine Wohnbebauung beabsichtigt sei. Während Schütte meinte, „es ist unzulässig, was wir tun“ und auf ein Verwaltungsgerichtsurteil aus Baden-Württemberg verwies, hatten SPD-Fraktionschef Werner Brakmann und seine FDP-Kollegin Marion Daniel keine Bedenken: Sie sahen die Problematik von der Verwaltung ausreichend geprüft.

Ein anderer Aspekt betrifft die Nähe zum angrenzenden Gewerbegebiet: „Wenn es da mal einen Brand gibt, der nicht so glimpflich ausgeht, wie der letzte, möchte ich nicht dafür verantwortlich sein, dass auf der Köhlerwiese Menschen leben“, sagte Ratsherr Christian Marbach und bestand darauf, dass das Abstimmungsverhalten namentlich im Protokoll festgehalten werden würde.

Weiterhin haben die Ratspolitiker den Nachtragshaushalt 2016 auf den Weg gebracht. „Ich habe selten einen Nachtragshaushalt erlebt, der eine so gute Verbesserung mit sich gebracht hat“, freute sich Brakmann. Insbesondere ausstehende Zahlungen bei der Gewerbesteuer hatten der Gemeinde jetzt Mehreinnahmen in Höhe von 1,9 Millionen Euro beschert. Die Grünen monierten dagegen, dass die Gemeinde bei der Verwendung des unverhofften Geldes falsche Prioritäten gesetzt habe. Dass die Verwaltung für drei Viertel der zur Verfügung stehenden Summe von 800 000 Euro zusätzliche Gewerbeflächen kaufen wolle, sei zu viel. Sie sehen die Gemeinde weiterhin eher im Bereich des Wohnungsbaus in der Pflicht.

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