Kommentar über Straches Rückzug

Höchststrafe

Für einen Aufmerksamkeitsjunkie wie Karl-Heinz Strache ist der Rückzug ins Privatleben die absolute Höchststrafe, glaubt unsere Korrespondentin Adelheid Wölfl.
01.10.2019, 18:00
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Von Adelheid Wölfl
Höchststrafe

Heinz-Christian Strache, ehemaliger FPÖ-Chef, spricht am Dienstag während einer Pressekonferenz in Wien. Er hat seine politische Karriere für beendet erklärt.

RONALD ZAK/DPA

Er hat eindeutig Entzugserscheinungen. Als Heinz-Christian Strache am Dienstag vor die Medien trat, gibt er zu, dass ihm die Presseleute in den vergangenen Monaten abgegangen seien. Er entschuldigte sich sogar bei den Journalisten für Fehler, die er ihnen gegenüber begangen habe. Für einen Aufmerksamkeitsjunkie wie Strache ist der Rückzug ins Privatleben die absolute Höchststrafe. Er hatte es geliebt, mit seinen oft derben Worten so viel Erregung zu erzeugen. Deshalb ist zu erwarten, dass er auch künftig das Rampenlicht suchen wird. Selbst wenn die Partei ihn nicht mehr will.

Die FPÖ wird sich relativ schnell von der Affäre Strache erholen. Geht sie, wie angekündigt, in die Opposition, werden ihre Abgeordneten diese Bühne – so wie in den vergangenen 30 Jahren – perfekt nutzen. Zu erwarten sind vor allem radikale Ansagen zum Thema "Ausländer“, um bei den Wählern wieder stärker zu punkten. Geschadet hat der Partei bei der Wahl am Sonntag vor allem Straches Spesenaffäre. Erstaunlich ist die Naivität vieler FPÖ-Wähler, die offenbar ihren Idolen blind vertrauen und denken, diese würden so leben wie sie selbst.

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