Kommentar über Exekution Todesstrafe immer noch weit verbreitet

Die Zahl der Hinrichtungen ist auf dem niedrigsten Stand seit zehn Jahren. Doch die Werte schwanken immer wieder. Das hat viel mit den jeweiligen Krisenherden dieser Welt zu tun, meint Norbert Holst.
21.04.2020, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Todesstrafe immer noch weit verbreitet
Von Norbert Holst

Sie ist unmenschlich, willkürlich, unwiderruflich und wirkunslos – die Todesstrafe. Ihre Befürworter bringen oft drei Argumente vor: Zunächst gibt es die Bibelworte „Aug um Aug, Zahn um Zahn“. Zudem soll die Todesstrafe Schwerstkriminelle abschrecken. Und schließlich würden lebenslang in Haft sitzende Täter der Gemeinschaft viel Geld kosten. Doch im 21. Jahrhundert sollte das stattlich verordnete Töten keinen Platz haben.

Sie steht entgegen der Menschenrechtsdoktrin, die auf dem Respekt für das Leben und die Würde des Menschen aufbaut. Zudem zeigt die von Amnesty International vorgelegte Bilanz für 2019: Etwa in China oder Saudi-Arabien wird die Androhung einer Exekution gezielt als „politische Waffe“ eingesetzt.

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Dass die Zahl der Hinrichtungen auf dem niedrigsten Stand seit zehn Jahren ist, ist allerdings nur ein kleiner Lichtblick. Die Werte schwanken immer wieder. Das hat viel mit den jeweiligen Krisenherden zu tun. Aktuell werden die meisten Hinrichtungen in Nordafrika und im Nahen Osten gezählt. Aber es gibt auch gute Nachrichten. Äquatorialguinea will die Todesstrafe abschaffen. Auch in Kenia, Gambia und Simbabwe gibt es Schritte in diese Richtung.

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