70 Millionen Flüchtlinge weltweit Humanitäres Desaster

Weltweit sind mehr als 70 Millionen Menschen auf der Flucht. Um dem Problem zu begegnen, greifen nationale Strategien schon lange nicht mehr, findet Imke Wrage. Dafür kann es nur globale Lösungen geben.
19.06.2019, 19:12
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Humanitäres Desaster
Von Imke Wrage

Man weiß fast nicht, was ernüchternder ist: Dass die Flüchtlingszahlen einen neuen Rekord erreicht haben, oder dass man sich an Meldungen wie diese beinahe schon gewöhnt hat. Erstmals sind weltweit mehr als 70 Millionen Menschen vor Gewalt, Konflikten und Verfolgung auf der Flucht.

Das entspricht in etwa der Einwohnerzahl Thailands – ein humanitäres Desaster. 16 Prozent der Betroffenen fanden Zuflucht in der EU oder in den USA. Vier von fünf Flüchtlingen kommen in Nachbarländern, etwa in Pakistan unter.

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Die Flüchtlingskrise, sie findet also eigentlich ganz woanders statt. Während arme Entwicklungsländer die größte Last tragen, gehen in den westlichen Ländern jüngst allzu oft die Türen (und Grenzen) zu. Anstatt politische und wirtschaftliche Verantwortung zu übernehmen, schotten sie sich ab.

Dabei birgt eine Entsolidarisierung enormes Konfliktpotenzial: Müssen die Armen den Ärmsten helfen, nimmt der Westen nicht nur eine Destabilisierung, sondern auch eine Radikalisierung der betroffenen Länder in Kauf.

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Dass Deutschland im Umgang mit Flüchtlingen zum Vorzeigemodell erklärt wird, an dem sich andere Länder orientieren sollten, mag hierzulande erfreulich klingen. Klar ist aber auch: Um dem Problem zu begegnen, greifen nationale Strategien schon lange nicht mehr. Die Flüchtlingskrise wird nicht zuletzt mit Blick auf den Klimawandel als Fluchtursache zur globalen Herausforderung. Dafür kann es nur globale Lösungen geben.

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