Kommentar über Flüchtlingsrettung

Humanität adé

Das Rettungsschiff Aquarius muss den Einsatz im Mittelmeer beenden. Der politische Druck ist zu groß geworden. Das Aus der Aquarius ist eine humanitäre Tragödie und eine Blamage für Europa, meint Elena Matera.
07.12.2018, 22:09
Lesedauer: 1 Min
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Von Elena Matera
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Ohne die Aquarius wird die Zahl der Toten wieder ansteigen.

Roberto Runza/dpa

Es ist ein schwarzer Tag für die Menschlichkeit. Die Hilfsorganisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen sind dazu gezwungen, den Einsatz im Mittelmeer mit dem Rettungsschiff Aquarius zu beenden. Der Grund für das Aus: Der politische Druck ist zu groß geworden.

Das Ende der Aquarius ist eine Blamage für Europa. Deutschland hat die populistischen Regierungen in Italien, Malta und Österreich mit ihrem Kurs, die Seenotretter zu kriminalisieren, gewähren lassen. Immer wieder wurde die lebensrettende Hilfe blockiert. Zweimal wurde die Schiffslizenz entzogen. Italien hat die Häfen für die Retter dicht gemacht und gar mit einer Beschlagnahmung des Schiffes gedroht.

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Dabei haben die Seenotretter seit 2016 vor allem eines bewiesen: Menschlichkeit. 30 000 Flüchtende haben dank der Aquarius überlebt. Doch die Seenotretter werden für eben diese humanitäre Hilfe verurteilt. Hilfe, die eigentlich Europa hätte leisten müssen. Die Politik vergisst: Es sind Menschen, die im Mittelmeer ertrinken. Sie haben ein Recht zu leben. Ohne die Aquarius wird die Zahl der Toten nun wieder ansteigen. Und Europa schaut zu.

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