Mehr als 2000 Polizisten AfD-Demo in Berlin gestartet - Tausende Gegendemonstranten

Wird der angekündigte laute und bunte Protest friedlich bleiben? Diese Frage stellt sich nicht nur die Polizei. Immerhin lehnen die meisten Demonstranten, die gegen die AfD auf die Straße gehen wollen, Gewalt ab.
27.05.2018, 05:59
Lesedauer: 2 Min
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Unter starken Sicherheitsvorkehrungen hat am Sonntag in Berlin eine Demonstration der AfD begonnen. Vor dem Berliner Hauptbahnhof versammelten sich nach Polizeiangaben mehrere tausend Teilnehmer aus verschiedenen Bundesländern. Die Anhänger der rechtspopulistischen Partei wollten anschließend unter dem Motto "Für Freiheit und Demokratie" zum Brandenburger Tor ziehen. Dort sollten die Parteivorsitzenden Jörg Meuthen und Alexander Gauland sprechen. Die AfD sprach von 5000 Demonstranten.

Mehrere Tausend Gegendemonstranten kamen unterdessen vor dem Reichstagsgebäude zusammen. Auch an der Spree - gegenüber vom Hauptbahnhof - versammelten sich AfD-Gegner, die mit Rufen und Pfiffen ihren Unmut über die Demonstration äußerten. Auf Booten und Flößen wurden Spruchbänder gegen die AfD aufgezogen. Eine von Künstlern organisierte "Glänzende Demonstration" war von Berlin-Mitte zum Brandenburger Tor geplant.

Gleichzeitig setzte sich ein vor der Berliner Clubszene organisierte Zug mit rund 30 Musikwagen in Richtung Straße des 17. Juni in Bewegung. Linksradikale Gruppen hatten Blockaden angekündigt. Die Polizei war mit rund 2000 Beamten im Einsatz.

Polizei: Versammlungsfreiheit für alle

Das Anti-AfD-Bündnis „Stoppt den Hass“ hatte angekündigt, die Strecke der Rechtspopulisten blockieren zu wollen. Erste derartige Aktionen könnten schon am Hauptbahnhof beginnen. Schon bei früheren Demonstrationen der AfD hatten immer wieder linke Protestierer versucht, Absperrungen der Polizei zu überwinden, um auf der Straße Sitzblockaden aufzubauen. Auch diesmal kündigten Aktivisten auf einer linksradikalen Internetseite an: „Wir rufen dazu auf, den AfD-Aufmarsch mit allen notwendigen Mitteln zu sabotieren.“

AfD-Vize Georg Pazderski hatte zuletzt mit Blick auf mögliche Zusammenstöße mit Gegendemonstranten gesagt, er habe volles Vertrauen in die Berliner Polizei. Diese sei „demonstrationserprobt“.

Die Polizei sieht sich ihrem Auftrag verpflichtet, das Demonstrationsrecht durchzusetzen. „Die Versammlungsfreiheit gilt für alle“, sagte Polizeisprecher Thomas Neuendorf. „Jeder darf demonstrieren, wenn er sich an die Gesetze hält. Aber das muss jede Gruppe auch der anderen zugestehen.“

Konflikte nicht ausgeschlossen

Zusammenstöße zwischen gewaltbereiten linksradikalen Demonstranten und der Polizei sind keineswegs ausgeschlossen. Ein Teil der Szene hält Angriffe und Übergriffe bei der Auseinandersetzung mit der AfD für legitim. Auf einer einschlägigen Internetseite brüsteten sich in den vergangenen Tagen Schreiber mit Sachbeschädigungen und Schmierereien an Büros oder Wohnhäusern von einzelnen AfD-Politikern. Im Gegenzug kursieren Gewaltankündigungen und -aufrufe von AfD-Anhängern gegen linke Gegendemonstranten im Internet.

Um die Strecke der AfD frei zu halten, baut die Polizei voraussichtlich schon in der Nacht zu Sonntag umfangreiche Absperrungen im Regierungsviertel auf. Vom Vormittag an werden an den Querstraßen und Kreuzungen zahlreiche Polizisten stehen.

Die zentrale Kundgebung der AfD-Gegner findet ab 11 Uhr auf dem Platz der Republik vor dem Reichstagsgebäude statt. Die Organisatoren erwarten dort Bundestagsabgeordnete von SPD, Linken und Grünen und Vertreter von Initiativen, Gruppen und Gewerkschaften.

Parallel wollen Demonstranten mit Booten und Flößen auf der Spree ins Regierungsviertel fahren. Berliner Clubs ziehen mit Musikwagen und dem Motto „Hauptsache es knallt. AfD wegbassen“ durch die Innenstadt. 14 Wagen mit DJs sollen dabei sein, um die Demonstranten zum Tanzen zu bringen. Die Clubbetreiber hatten angekündigt, am Morgen die dann noch feiernden Menschen aus der Nacht zum Demonstrieren aufzufordern. Bei Facebook kündigten knapp 8000 Unterstützer ihre Teilnahme an. (dpa)

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