Arbeitsmarkt Antidiskriminierungs-Beauftragte für anonyme Bewerbungen

Berlin. Um die Jobchancen von Migranten und älteren Menschen zu steigern, hat die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Christine Lüders, die Einführung anonymisierter Bewerbungen gefordert.
21.03.2010, 12:51
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste

Berlin. Um die Jobchancen von Migranten und älteren Menschen zu steigern, hat die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Christine Lüders, die Einführung anonymisierter Bewerbungen gefordert.

«Der Name Ali oder das Alter sind oft Gründe, warum auch sehr gute Bewerber keine Gelegenheit erhalten, sich in einem Bewerbungsgespräch vorzustellen», sagte Lüders dem «Focus». Sie werbe für anonyme Bewerbungen in der Wirtschaft und wolle ein großes Unternehmen für ein Modellprojekt gewinnen.

Eine anonyme Bewerbung sollte nach Lüders Ansicht kein Foto und keine persönlichen Angaben wie Name, Geburtsdatum und -ort enthalten. Davon könnten viele Bewerbergruppen profitieren, die auf dem Arbeitsmarkt derzeit benachteiligt seien. In Frankreich werde derzeit von 50 Firmen das Modell anonymer Bewerbungen getestet.

Eine Studie im Auftrag des Instituts zur Zukunft der Arbeit hatte zuletzt Nachteile für Bewerbungen von Migranten offengelegt. Für die Erhebung wurden 1000 Bewerbungen auf Praktikumsstellen für Wirtschaftsstudenten verschickt. Dabei erhielten Bewerber mit türkischen Namen 14 Prozent weniger positive Antworten als Bewerber mit deutschen Namen. (dpa)

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+