Arbeitsmarkt AWO soll an Ein-Euro-Jobbern verdient haben

Kiel. Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) im schlewig-holsteinischen Neumünster ist im Zusammenhang mit ihren «Ein-Euro Jobbern» in Kritik geraten. Nach einem Bericht von «NDR Info» soll der gemeinnützige Verband an Hartz-IV-Empfängern verdienen, die er etwa in der Haushaltshilfe für Senioren einsetzt.
22.03.2010, 16:50
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Kiel. Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) im schlewig-holsteinischen Neumünster ist im Zusammenhang mit ihren «Ein-Euro Jobbern» in Kritik geraten. Nach einem Bericht von «NDR Info» soll der gemeinnützige Verband an Hartz-IV-Empfängern verdienen, die er etwa in der Haushaltshilfe für Senioren einsetzt.

Während diese 1,25 Euro in der Stunde bekämen, kassiere die AWO einen Stundensatz von 8 Euro von den Senioren. Zudem erhalte der Verband von der Bundesagentur für Arbeit ein monatliches «Regiegeld» von 200 Euro für den Einsatz der Hartz-VI-Empfänger.

Die AWO wies die Vorwürfe zurück. Die Vermittlung und Betreuung der Helfer sei sehr aufwendig, daher sei der Stundenlohn von 8 Euro zusätzlich zum Regiegeld angemessen und üblich.

Der Fall beschäftigt auch die Bundesregierung. «Wir prüfen den Sachverhalt», sagte eine Sprecherin des Arbeitsministeriums am Montag der Deutschen Presse-Agentur dpa. Ob es in anderen AWO- Landesverbänden ähnliche Vorfälle gebe, sei unklar.

Die Arbeitsagentur Neumünster (ARGE) reagierte überrascht: Mit dem «Regiegeld» seien die Tätigkeiten der Ein-Euro-Jobber eigentlich abgedeckt. Dass die AWO zusätzlich Geld bekomme, sei bislang unbekannt gewesen, sagte Geschäftsführer Rolf-Dieter Brüggen dem NDR. (dpa)

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