Bundestagswahl

Baerbock als Kanzlerkandidatin der Grünen nominiert

Die monatelangen Spekulationen haben ein Ende. Die Grünen-Führung hat sich entschieden, wer im Falle eines Wahlsiegs ins Kanzleramt einziehen soll: Es ist die jüngste Kanzlerkandidatin, die es je gab.
19.04.2021, 11:11
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Von dpa
Baerbock als Kanzlerkandidatin der Grünen nominiert

Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, soll ihre Partei als Kanzlerkandidatin in die Bundestagswahl führen.

Michael Kappeler/dpa

Die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock soll ihre Partei als Kanzlerkandidatin in die Bundestagswahl führen. Der Bundesvorstand der Grünen nominierte die 40-Jährige für den Spitzenposten, wie die Partei am Montag in Berlin mitteilte. Die Entscheidung muss noch auf einem Parteitag vom 11. bis 13. Juni bestätigt werden. Die Zustimmung gilt als sicher. Die Bundestagswahl findet am 26. September statt.

Mit der Entscheidung enden monatelange Spekulationen. Die Partei hatte die Klärung der Kandidatenfrage ihren beiden Parteivorsitzenden Baerbock und Robert Habeck (51) überlassen, die sich geräuschlos untereinander verständigten.

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Die Grünen hatten sich angesichts der seit 2018 hohen Umfragewerte erstmals für eine Kanzlerkandidatur entschieden. Derzeit sind sie mit mehr als 20 Prozent zweitstärkste Kraft hinter der CDU/CSU und vor der SPD. Baerbock ist bei der 20. Bundestagswahl seit 1949 erst die zweite Frau nach Angela Merkel, die sich um das höchste Regierungsamt bewirbt. Keiner der bisherigen Kanzlerkandidaten war jünger.

Baerbock wird bei der Wahl gegen zwei Männer antreten: Die SPD hat Finanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz nominiert, die Union muss sich noch zwischen den Vorsitzenden von CDU und CSU entscheiden, Armin Laschet und Markus Söder.

Anders als bei CDU und CSU hat es bei den Grünen weder Streit noch größere öffentliche Diskussionen über die Kandidatenkür geben. Deswegen wird auch auf dem Parteitag im Juni eine große Zustimmung erwartet.

„Wir freuen uns sehr, dass Annalena Baerbock die grüne Kanzlerinnenkandidatur antritt. Wir haben mit Annalena Baerbock und Robert Habeck zwei sehr starke und kluge Köpfe, die gemeinsam eine Entscheidung getroffen haben und weiter gemeinsam für eine bessere und grüne Zukunft kämpfen werden, um das Land von morgen zu gestalten“, äußerten sich die Bremer Landesvorstandssprecher der Grünen Alexandra Werwath und Florian Pfeffer am Montag. „In Gemeinsamkeit, im Vertrauen, in Verantwortung haben Annalena Baerbock und Robert Habeck einen Vorschlag gemacht. Dieser konstruktive Austausch zeigt, dass uns die Zukunft dieses Landes und der Welt am Herzen liegen. Machtspiele sind gerade in dieser Zeit der Pandemie unangebracht“, heißt es in einer Mitteilung von Werwarth und Pfeffer weiter.
Annalena Baerbock habe den klaren politischen Kompass, die Energie, die Willensstärke und Überzeugungskraft, die es brauche, um Kanzlerin zu werden und die nötigen Veränderungen im Land voranzutreiben. Sie stehe für Erneuerung des Landes und einen anderen Politikstil. Sie habe die Ideen, die Streitbarkeit und die Dialogfähigkeit, um Klimaschutz voranzutreiben und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, so die Sprecher.

Schnell Karriere gemacht

Baerbock wuchs in der Nähe von Hannover auf dem Dorf auf und studierte Politikwissenschaften und Völkerrecht in Deutschland und London. Bei den Grünen hat die Mutter von zwei Töchtern schnell Karriere gemacht: 2009 Vorstand der europäischen Grünen und Landesvorsitzende in Brandenburg; 2013 Einzug in den Bundestag; 2018 Bundesvorsitzende der Grünen gemeinsam mit Habeck.

Bisher haben in der Regel nur CDU/CSU und SPD Kanzlerkandidaten nominiert, mit einer Ausnahme: 2002 stellte die FDP Guido Westerwelle auf, wurde dann aber mit 7,4 Prozent nur viertstärkste Kraft im Bundestag hinter SPD, CDU/CSU und Grünen.

Bundesgeschäftsführer Michael Kellner hat als Wahlziel ausgegeben, dass die Grünen das Kanzleramt erobern. „Wir wollen das Land in die Zukunft fu?hren. Darum ka?mpfen wir fu?r das historisch beste gru?ne Ergebnis aller Zeiten und die Fu?hrung der na?chsten Bundesregierung.“ Ihr bisher bestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl erzielten die Grünen 2009 mit 10,7 Prozent. Bei der Wahl 2017 kamen sie nur auf 8,9 Prozent.

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