Kritik an Führungsstil

CDU-Landespolitiker greifen Merkel

Berlin . Gut drei Monate nach der Bundestagswahl haben vier CDU-Landespolitiker den Wahlkampfstil von Kanzlerin und Parteichefin Angela Merkel kritisiert.
09.01.2010, 12:23
Lesedauer: 2 Min
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Berlin . Gut drei Monate nach der Bundestagswahl haben vier CDU-Landespolitiker den Wahlkampfstil von Kanzlerin und Parteichefin Angela Merkel kritisiert. "Die Bundeskanzlerin ist im Wahlkampf nicht als Spitzenkandidatin der Union, sondern als Kanzlerin der großen Koalition aufgetreten", schrieben sie in einem Gastbeitrag für die "Berliner Allgemeine Sonntagszeitung". "Der präsidiale Stil der Kanzlerin brachte ihr zwar hohe Popularitätswerte, aber wenig parteipolitische Identifikation."

Der Gastbeitrag stammt von den Vorsitzenden der CDU-Fraktionen in den Landtagen von Hessen, Sachsen und Thüringen, Christean Wagner, Steffen Flath und Mike Mohring sowie vom Vize-Vorsitzenden der CDU- Fraktion im brandenburgischen Landtag, Saskia Ludwig.

Die Union habe auf eine "dezidierte Wahlkampfauseinandersetzung" verzichtet, heißt es in dem Papier weiter. "Die Regierungsmehrheit für CDU/CSU und FDP war nicht das Ergebnis einer überzeugenden Wahlkampfstrategie. Vielmehr hatte die Union schlichtweg Glück." Der CDU-Bundesvorstand will in der kommenden Woche zu einer Klausurtagung zusammenkommen. Dabei soll dem Zeitungsbericht zufolge auch über den Ausgang der Bundestagswahl und die Wahlkampfstrategie diskutiert werden.

Bosbach verteidigt Führungsstil der Kanzlerin

Unterdessen hat der Innenexperte der Unions-Bundestagsfraktion, Wolfgang Bosbach, die Kritik am Führungsstil von Bundeskanzlerin Angela Merkel(CDU) zurückgewiesen. Die Kanzlerin verhalte sich ruhig und dies halte er in dieser Situation auch für vernünftig, sagte der CDU-Politiker angesichts der Differenzen in der schwarz-gelben Koalition am Samstag im RBB-Inforadio. "Jedes scharfe Wort würde die Lage eher dramatisieren als entschärfen." Die schwarz-gelbe Koalition befinde sich nicht in einer Krise und auch nicht im Chaos. "Krise ist für mich etwas anderes. Aber wir neigen heute eh zu einer Dramatisierung. Was heute Schnee-Chaos heißt, nannte man früher Winter."

Vor der Klausurtagung des CDU-Bundesvorstands in der kommenden Woche kritisierten mehrere Landespolitiker Merkels Wahlkampfstil. "Die Bundeskanzlerin ist im Wahlkampf nicht als Spitzenkandidatin der Union, sondern als Kanzlerin der großen Koalition aufgetreten", schrieben sie gut drei Monate nach der Bundestagswahl in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung". "Der präsidiale Stil der Kanzlerin brachte ihr zwar hohe Popularitätswerte, aber wenig parteipolitische Identifikation."

Der Beitrag stammt von den Vorsitzenden der CDU-Fraktionen in den Landtagen von Hessen, Sachsen und Thüringen, Christean Wagner, Steffen Flath und Mike Mohring sowie von der Vize-Vorsitzenden der CDU-Fraktion im brandenburgischen Landtag, Saskia Ludwig.

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