Steuern Dem Zoll gehen immer mehr Plagiate ins Netz

München. Gefälschte FC-Bayern-Trikots, Armreifen aus Elefantenhaaren und tonnenweise Heroin - all diese und noch viel mehr illegale Importe gingen im vergangen Jahr dem deutschen Zoll ins Netz. Die Fahnder haben 2009 allein gefälschte Markenartikel im Wert von 360 Millionen Euro beschlagnahmt.
22.04.2010, 18:30
Lesedauer: 1 Min
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München. Gefälschte FC-Bayern-Trikots, Armreifen aus Elefantenhaaren und tonnenweise Heroin - all diese und noch viel mehr illegale Importe gingen im vergangen Jahr dem deutschen Zoll ins Netz. Die Fahnder haben 2009 allein gefälschte Markenartikel im Wert von 360 Millionen Euro beschlagnahmt.

Weil sie unter Artenschutz stehen, wurden zudem rund 160 000 Tiere, Pflanzen und exotische Mitbringsel wie Steinkorallen-Ketten sichergestellt.

Gefälschte Markenartikel sehen für den Laien oft täuschend echt aus. «Für den Verbraucher ist es schwer zu erkennen, ob zum Beispiel die Champagnerflasche echt ist», sagte Zöllner Klaus Hoffmeister am Donnerstag bei der Jahresbilanz der Bundeszollverwaltung am Münchner Flughafen. Rund 30 Prozent der vom Zoll aufgegriffenen Plagiate stammten im vergangenen Jahr aus China, auf den weiteren Plätzen der Top-Fünf-Fälschernationen folgen Thailand, Hongkong, die USA und Indien.

Manche Hersteller haben ihre Artikel zum Schutz mit Hologrammen oder ähnlichen Zeichen bestückt, die beweisen sollen, dass es sich um ein Original handelt. Urlaubern rät Hoffmeister, möglichst keine vermeintlichen Markenartikel auf Wochenmärkten zu kaufen. Denn wenn Reisende bei der Heimkehr mit den Plagiaten erwischt werden, gilt: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.

Trotzdem sind gefälschte Designer-Produkte sehr beliebt. Die Fälscher machen längst nicht mehr nur Taschen, Mäntel oder Hosen von Edelmarken nach. «Früher wurden nur Luxusgüter gefälscht, mittlerweile werden auch Bedarfsgegenstände für jeden Tag nachgemacht», sagt der Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Werner Gatzer. Demonstrativ vernichtete er in München mit einer kleinen Straßenwalze rund 3000 beschlagnahmte MP3- und MP4-Player. Gatzer warnte zudem: «Auch der Verbraucher geht ein Risiko ein, weil diese Produkte nicht sicherheitsgeprüft sind.»

Eine weitere Herausforderung für die Fahnder ist der Kampf gegen die Rauschgiftkriminalität. Der deutsche Zoll beschlagnahmte im vergangenen Jahr Drogen im Schwarzmarktwert von 200 Millionen Euro. Mit 413 Tonnen wurde 2009 fast doppelt so viel Heroin sichergestellt wie im Vorjahr (2008: 213). (dpa)

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