Umweltpolitik Deutschland droht Klimaziel auch 2030 deutlich zu verfehlen

Nach Darstellung der Bundesregierung kommt Deutschland bei der Energiewende schleppend voran. Klimaschutzminister Robert Habeck fordert mehr Tempo und spricht von einer „gigantischen“ Aufgabe.
11.01.2022, 12:32
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Von dpa

Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) geht davon aus, dass Deutschland ohne weitreichende Gegenmaßnahmen seine Klimaziele auch noch 2030 deutlich verfehlt.

„Wenn wir den Pfad der bisherigen Maßnahmen fortschreiben, werden wir im Jahr 2030 die Zielverfehlung noch deutlicher sehen“, sagte Habeck in einer Pressekonferenz zum Stand des Klimaschutzes.

„Wir müssen jetzt in den nächsten Jahren effizienter und schneller werden. Das Tempo und die Konsequenz müssen zunehmen“, sagte Habeck. Die Aufgabe sei „gigantisch“.

Wenn es so weitergehe wie bisher, werde Deutschland Ende des Jahrzehnts seine klimaschädlichen Treibhausgase lediglich um 50 Prozent anstelle der angestrebten 65 Prozent gegenüber 1990 reduziert haben, sagte Habeck. „Das ist dann in Zahlen ausgedrückt 200 Millionen Tonnen zu viel.“

Schon in diesem Jahr hätten die „Corona-Sondereffekte“ nicht gewirkt, erklärte Habeck weiter. Deutschland werde auch 2021 sein Reduktionsziel „deutlich verfehlen“ und laut Prognosen sogar einen Anstieg der Emissionen um vier Prozent verzeichnen.

Insgesamt gebe es auf allen Ebenen „einen gehörigen Rückstand“ beim Klimaschutz, bilanzierte der Minister. Das Land müsse die Anstrengungen „in allen Bereichen“ verdreifachen und den Ausbau erneuerbarer Energien deutlich vorantreiben.

Hier sei in den vergangenen Jahren viel zu wenig geschehen, vor allem beim Ausbau der Windenergie. „Wir haben es geschafft, in Deutschland in den letzten 30 Jahren die erneuerbaren Energien zu einem Anteil von 42 Prozent der Stromversorgung zu bringen“, sagte Habeck. Bis 2030 solle dieser Anteil auf 80 Prozent steigen. Dafür habe Deutschland jetzt nur noch acht Jahre Zeit.

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