Deutschland Deutschland und Polen vertiefen Zusammenarbeit

Berlin/Oranienburg. Deutschland und Polen wollen enger zusammenrücken. Der neue polnische Präsident Bronislaw Komorowski sprach bei seinem Antrittsbesuch in Berlin von einer «positiven Schicksalsgemeinschaft», die beide Länder miteinander verbinde.
03.09.2010, 19:40
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Berlin/Oranienburg. Deutschland und Polen wollen enger zusammenrücken. Der neue polnische Präsident Bronislaw Komorowski sprach bei seinem Antrittsbesuch in Berlin von einer «positiven Schicksalsgemeinschaft», die beide Länder miteinander verbinde.

wird durch Bundespräsident Christian Wulff (l) am Freitag (03.09.2010)Komorowskis Vorgänger Lech Kaczynski galt als sehr Deutschland- und EU-kritisch. Er war vor fünf Monaten bei einem Flugzeugabsturz in Smolensk ums Leben gekommen

Bundespräsident Christian Wulff sagte nach einem Treffen mit Komorowski: «Der neue Präsident ist eine Riesenchance für das Verhältnis zwischen Deutschland und Polen, die wir beherzt ergreifen wollen.» Komorowski war nach Gesprächen in Brüssel und Paris nach Berlin bekommen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekräftigte im Anschluss ein ihr Treffen mit Komorowski, dass Deutschland und Polen ihre Zusammenarbeit in der EU weiter vertiefen wollen. Sie begrüßte den Vorschlag des Präsidenten, die Kooperation beider Länder mit Frankreich im Rahmen des «Weimarer Dreiecks» auszubauen.

Die Drei-Länder-Zusammenarbeit zwischen Deutschland, Polen und Frankreich im «Weimarer Dreieck» besteht seit Anfang der 90er Jahre. Seit Jahren gibt es aber keine Spitzentreffen mehr. Komorowski kündigte an, er wolle nach dem Vorbild der deutsch- polnischen Versöhnung einen vergleichbaren Prozess mit Russland einleiten.

Wulff und Komorowski verwiesen auf eine Reihe von anstehenden Jahrestagen wie das 20-jährige Bestehen des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags oder den 40. Jahrestag des Kniefalls von Willy Brandt in Warschau. Wulff sagte: «Das sind großartige Gelegenheiten, um das Gemeinsame zu betonen und über die Vergangenheit zu sprechen, um sie wachzuhalten und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen.»

Beide Präsidenten besuchten am späten Nachmittag das ehemalige Konzentrationslager Sachsenhausen in Oranienburg nahe Berlin. Hier war im August 1944 der Kommandeur der polnischen Untergrundarmee, General Stefan Grot- Rowecki, hingerichtet worden, der in seiner Heimat als Kriegsheld verehrt wird. Zwischen 1936 und 1945 waren zehntausende Polen in Sachsenhausen eingesperrt. Im Herbst 1939 wurden 169 polnische Wissenschaftler und mehr als 1000 tschechische Studenten in das Konzentrationslager verschleppt.

Wulff und Komorowski erinnerten in der heutigen Mahn- und Gedenkstätte an das Schicksal polnischer und tschechischer Intelligenz. Am zentralen Gedenkort «Station Z» legten sie einen Kranz nieder. Dort befanden sich die Vernichtungsanlager. Wulff sagte, der Besuch in Sachsenhausen sei «gerade für das polnische Volk, aber auch für uns Deutsche ein wichtiger Termin». Komorowski bezeichnete das ehemalige KZ als «Symbol» für das polnische Volk. «Wenn wir dieser Opfer gemeinsam gedenken, heißt das auch, dass wir gemeinsam in die Zukunft blicken wollen.»

Komorowski zeichnete in Berlin auch elf Bundesbürger mit dem Dankbarkeitsorden des europäischen Solidarnosc-Zentrums aus. (dpa)

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