Pandemie Deutschlands verzögerte Omikron-Wand

In den Nachbarländern Deutschlands hat sich die Corona-Variante Omikron bereits großflächig ausgebreitet. Experten wagen nun einen Ausblick für die Situation in den kommenden Wochen.
11.01.2022, 05:29
Lesedauer: 1 Min
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Von dpa

Berlin (dpa) - Die Corona-Zahlen steigen auch in Deutschland deutlich, doch verglichen mit den schon hohen Omikron-Mauern benachbarter Länder baut sich die Infektionswelle später auf - warum?

Die größte Rolle spielen wahrscheinlich die Schutzmaßnahmen, wie der Immunologe Carsten Watzl der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sagte. Die Delta-Welle sei gerade gebrochen, die ihretwegen verschärften Maßnahmen aber noch gültig und weiter wirksam gewesen, als Omikron im November gekommen sei.

Bisheriges Ausbleiben der Wand

Generell spiele die Reaktion der Menschen eine sehr große Rolle, erklärte Christine Falk von der Medizinischen Hochschule Hannover. Die Bevölkerung hierzulande habe ihr Verhalten offensichtlich rasch an Omikron angepasst und sich vorsichtiger verhalten - und damit zum bisherigen Ausbleiben der Wand beigetragen. „Das Handeln jedes Einzelnen fließt in die Gesamtlage ein“, betonte die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI).

Falk hofft, dass die Menschen weiter mit großer Vorsicht agieren und sich die Wand zumindest zur Welle reduzieren lässt. „Wir haben Omikron besser unter Kontrolle als andere, es ist machbar, dass uns die Zahlen nicht so sehr entgleiten wie anderen Ländern.“ Im öffentlichen Raum eine FFP2-Maske zu tragen, sei eine der wirksamen Maßnahmen dafür.

Experten: Höchststand wohl im Februar

„Wir werden Inzidenzen von deutlich über 1000 bekommen - im Bundesdurchschnitt, regional auch deutlich darüber“, ist Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, überzeugt. „Im Februar könnte der Höchststand erreicht sein.“ Das ist noch viel zu weit weg vom Frühling, als dass der saisonale Rückgang einen mildernden Effekt bringen könnte.

„Der einzige Vorteil der verzögerten Omikron-Welle bei uns ist, dass wir mehr Zeit für die Impfungen haben“, erklärte Watzl. Denn auch wenn die Impfquote für die Ausbreitung nicht entscheidend ist - für die Belastung der Kliniken ist sie das. „Wenn Omikron auch bei uns zu 70 Prozent weniger Krankenhauseinweisungen im Vergleich zu Delta führen würde, hätten wir bei einer Inzidenz von 1500 wieder die gleiche Belastung wie bei der vierten Welle.“

© dpa-infocom, dpa:220111-99-662190/2

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