Öffentlicher Nahverkehr Wann kommt es, wo gilt es? Das sind die Pläne fürs Deutschlandticket

Am Donnerstagabend haben sich Bund und Länder auf eine Finanzierung des neuen Deutschlandtickets geeinigt. Hier lesen Sie, was bislang über den neuen 49-Euro-Fahrschein bekannt ist.
09.12.2022, 08:49
Lesedauer: 2 Min
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Von ba/dpa

„Das Deutschlandticket wird jetzt kommen, auch sehr zügig“, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Donnerstagabend. Nach monatelanger Debatte hatten sich Bund und Länder kurz zuvor darauf geeinigt, wie der Nachfolger des beliebten Neun-Euro-Tickets aus dem Sommer bezahlt werden soll.

Das millionenfach gekaufte Neun-Euro-Ticket hatte im Juni, Juli und August für je einen Monat bundesweit Fahrten in Bus und Bahn ermöglicht. Das Prinzip soll beim neuen Ticket – dem 49 Euro teuren Deutschlandticket – dasselbe sein. Allerdings sind noch nicht alle Fragen geklärt. Wir fassen zusammen, was bislang zum neuen Deutschlandticket bekannt ist.

Wo und womit kann man mit dem Deutschlandticket fahren?

Das Deutschlandticket soll, wie der Name schon sagt, in ganz Deutschland gelten, wie auch schon sein Vorgänger, das Neun-Euro-Ticket. Ticketinhaber können deutschlandweit Busse und Bahnen im Nahverkehr nutzen.

Ab wann kann man das Deutschlandticket kaufen?

Ein genaues Datum der Einführung steht noch nicht fest. Klar ist nur: Es soll im kommenden Jahr zu kaufen sein, nach Möglichkeit auch schon vor dem Sommer.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil machte am Donnerstagabend deutlich, dass die Länder einen Start bis zum Ende des ersten Quartals 2023 anstrebten. Es dürfe „kein Sommerthema“ werden.

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Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey rechnet nicht damit, dass das Deutschlandticket wie ursprünglich geplant noch im April eingeführt wird. „Es sieht so aus, dass es wahrscheinlich der Mai werden wird, aber das hängt jetzt von den Verhandlungen ab. Ich hoffe sehr, dass es gelingt“, sagte die SPD-Politikerin am Donnerstagabend in der Sendung „RTL direkt“.

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) wiederum hält einen Start des 49-Euro-Tickets zum 1. April für möglich. Es käme allerdings vor allem darauf an, dass es schnell Zustimmung seitens der EU gebe. „Jetzt braucht es vor allem noch die wettbewerbsrechtliche und beihilferechtliche Zusage aus Brüssel an Berlin“, sagte Bernreiter in München. „Wenn auch das noch geklärt ist, dann wird ein Start zum 1. April realistisch.“

Was muss jetzt noch geregelt werden?

Die Einigung von Bund und Ländern zum Deutschlandticket muss nun in entsprechenden Gesetzen festgeschrieben werden, damit die EU ihre Zusage erteilen und die Einführung des Tickets in den Ländern und bei den Verkehrsunternehmen vorbereitet werden kann.

„Die Umsetzung in den Regionen und Städten wird ein hartes Stück Arbeit, denn das Tarifsystem und der Verkauf der Tickets wird vollkommen neu aufgestellt", sagte Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, der Funke Mediengruppe.

Demnach dürfte es noch eine Weile dauern, bis genauere Aussagen zum Verkaufsstart getroffen werden können.

Wer finanziert das Deutschlandticket?

Da das 49-Euro-Ticket für die Verkehrsunternehmen ein erhebliches Defizit mit sich bringen wird, sind staatliche Zuschüsse von drei Milliarden Euro vereinbart, von denen Bund und Länder je 1,5 Milliarden bezahlen sollen. Fachleute bezweifeln, dass das genügt. Der Bund erklärte sich dann bereit, etwaige Mehrkosten zur Hälfte zu übernehmen.

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