Arbeitsmarkt DGB: Werden Druck für Lehrstellen machen

Berlin. Nach ihrer Absage zum Ausbildungspakt wollen die Gewerkschaften nun den Druck auf Regierung und Arbeitgeber für mehr Lehrstellen erhöhen.
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Berlin. Nach ihrer Absage zum Ausbildungspakt wollen die Gewerkschaften nun den Druck auf Regierung und Arbeitgeber für mehr Lehrstellen erhöhen.

«Wir werden die Ausbildung zum Thema unserer Herbstaktionen machen», sagte der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Michael Sommer, der Deutschen Presse-Agentur (Mittwoch). «Wir werden weiter Druck machen in den Betrieben, dass wir unsere Ausbildungszahlen halten, ... und wir werden alles daran setzen, die Übernahme (in einem festen Job) hinzukriegen.»

Sommer gestand der Bundesregierung zu, sich um eine Teilnahme der Gewerkschaften am Pakt bemüht zu haben. Die Bundesregierung sei aber letztlich vor der Wirtschaft eingeknickt wie vor kurzem vor der Atomlobby. Sollte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in den kommenden vier bis sechs Wochen eine erneute Initiative für einen Pakt einschließlich der Gewerkschaften ergreifen, «dann muss sie wissen, dass sie nicht auf der Grundlage dieses Paktes erfolgen kann», sagte Sommer und fügte hinzu: «Ich bin richtig sauer.»

In den Verhandlungen seien die Gewerkschaften «bis an die Grenzen des absolut Machbaren gegangen», erläuterte Sommer. Er warf der Arbeitgeberseite erneut vor, es darauf angelegt zu haben, die Arbeitnehmerseite nicht mit in den Pakt zu holen. Nachforderungen der Arbeitgeber im Laufe der Verhandlungen seien für die Gewerkschaften unzumutbar gewesen, sagte Sommer insbesondere mit Blick auf den Verhandlungsführer, DIHK-Chef Hans Heinrich Driftmann.

«Auf der Basis gibt es überhaupt keine Möglichkeiten mehr für Nachverhandlungen.» Wenn die Arbeitgeber die Gewerkschaften «draußen haben wollten, dann müssten sie sich auf die Konflikte einstellen in den Betrieben und in der Gesellschaft», warnte Sommer und fügte hinzu: «Wir werden die Konflikte auf beiden Ebenen führen.»

Man könne nicht «gleichzeitig über Fachkräftemangel schwadronieren und sich um eine Garantie für qualifizierte Ausbildungsstellen drücken». Stattdessen hole man sich Fachkräfte aus Polen oder dem anderen Ausland, sagte Sommer. Er bekräftigte damit die Kritik der Gewerkschaften. «Ich halte es übrigens für einen Skandal, dass auch die Kultusministerkonferenz einem solchen Pakt beitritt», sagte er. (dpa)

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