Schulen Lehrerverband fordert einheitliche Corona-Regelungen

Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger spricht von «wildester Kleinstaaterei» mit Bezug auf die Corona-Regelungen an Schulen. Manche fordern gar einen «Freedom Day» für Minderjährige.
05.10.2021, 05:13
Lesedauer: 1 Min
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Von dpa

Berlin (dpa) - Der Deutsche Lehrerverband hat ein Ende der unterschiedlichen Corona-Regelungen an Schulen gefordert.

Vor der Tagung der Kultusministerkonferenz Ende der Woche forderte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger in der «Rheinischen Post» einheitliche Kriterien für Testungen, Maskenpflicht und den erforderlichen Mindestabstand in Schulen bei stark steigenden Inzidenzen. Ebenso müssten die Infektions- und Quarantänezahlen wöchentlich bundesweit erfasst werden. «Das größte Ärgernis für uns als Lehrerverband ist die Tatsache, dass bei den Corona-Maßnahmen derzeit wieder ein Rückfall in die wildeste Kleinstaaterei stattgefunden hat», sagte Meidinger der Zeitung.

Uneinheitliche Handhabung von Masken und Tests

Der Vertreter der Lehrerinnen und Lehrer kritisierte, dass die Maskenpflicht in einigen Bundesländern komplett, anderswo nur teilweise abgeschafft worden sei. Ebenso unterschiedlich würden Testungen der Schülerinnen und Schüler gehandhabt. In Thüringen seien neben der Maskenpflicht auch die Tests abgeschafft worden, wodurch die Schulen «zur Durchseuchung freigegeben werden». In dem Bundesland gilt eine Maskenpflicht im Unterricht nur ab bestimmten Warnstufen, im Schulgebäude jedoch grundsätzlich. Verbindliche Tests sind lediglich ab der höchsten Warnstufe vorgeschrieben.

Der Virologe Klaus Stöhr unterstützt die Forderung nach Lockerungen an Schulen. Der Wissenschaftler sprach sich in der «Neuen Osnabrücker Zeitung» für das Ende aller Corona-Maßnahmen - den «Freedom Day» - für Minderjährige aus. «Sie sollten alle als geimpft oder genesen gelten und Masken in den Schulen und die Testpflicht für diese Gruppe verschwinden.» Mit den Massentests von Kindern werde «einfach nur sinnlos Geld verbrannt».

Der Vorstandschef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, sagte der «Passauer Neuen Presse», Kinder seien «unter anderem als Folge der Corona-Maßnahmen inzwischen in erhöhtem Maße zu einer leichten Beute für Viren geworden, die ihnen früher kaum etwas anhaben konnten». Eine Maskenpflicht in Schulen halte er nicht für nötig, wenn parallel getestet werde.

© dpa-infocom, dpa:211005-99-481471/4

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