Soziales Ministerin: Hilfe statt Bargeld für Hartz-IV-Kinder

Passau. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) plädiert in der Debatte um höhere Hartz-IV-Sätze für Kinder für konkrete Hilfe statt Bargeld. «Ich bin gegen eine Erhöhung der Geldleistungen, also dass einfach mehr Geld an die Familien überwiesen wird».
27.03.2010, 09:20
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Passau. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) plädiert in der Debatte um höhere Hartz-IV-Sätze für Kinder für konkrete Hilfe statt Bargeld. «Ich bin gegen eine Erhöhung der Geldleistungen, also dass einfach mehr Geld an die Familien überwiesen wird».

Höhere Geldleistungen verhinderten nicht, dass das Kind immer noch zur Tafel gehe oder auf dem Bahnhofsvorplatz herumlungere, sagte die Ministerin der «Passauer Neuen Presse».

«Ich will konkrete Hilfe vor Ort», sagte von der Leyen. Dafür müsse auch der Bund mehr Geld einplanen: «Wenn es an dieser Stelle teurer wird, ist das gut so.» Sie plane, ein «Netzwerk für Hilfe» zu organisieren, zu dem Maßnahmen wie Musik- Sport- oder Förderunterricht, Mitmachen in Ganztagsschulen oder ein warmes Mittagessen gehörten. Schulen, Kitas, Jobcenter und Kommunen müssten zusammenwirken, damit optimale Bildungszugänge für Kinder geschaffen würden.

Einem Vorschlag der Wirtschaftsjunioren, die Kinder aus Hartz-IV-Familien mit 100 Euro für einen Notenschnitt von 2,5 und besser belohnen wollten, erteilte die Ministerin eine Absage. «Wir sollten die Kinder zu Neugierde und Lernfreude motivieren und nicht auf Geld als Ziel trimmen», sagte von der Leyen. Daran kranke die Welt der Erwachsenen schon zu sehr. (dpa)

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