Fragen und Antworten

Nach Gewalttat in Hanau: Was wir wissen - und was nicht

Ein Deutscher schießt in Hanau um sich. Zehn Menschen sterben, mehrere werden verletzt. Was steckt hinter der Gewalttat? Viele Fragen bleiben zunächst unbeantwortet.
20.02.2020, 13:04
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Nach Gewalttat in Hanau: Was wir wissen - und was nicht

Eine Mitarbeiterin der Spurensicherung steht an einem Tatort am Heumarkt.

Boris Roessler/dpa

Zehn Menschen werden im hessischen Hanau erschossen - später wird auch der mutmaßliche Täter tot gefunden. Die Generalanwaltschaft ermittelt wegen Terrorverdachts. Nach und nach kommen weitere Informationen über den Täter ans Tageslicht. Viele Fragen sind weiter unklar:

WAS WIR WISSEN

TATHERGANG

  • An verschiedenen Orten wurden am Mittwochabend und in der Nacht auf Donnerstag im hessischen Hanau zehn Menschen erschossen und mehrere Menschen verletzt.
  • Die ersten Schüsse fielen den Ermittlern zufolge gegen 22.00 Uhr in der Hanauer Innenstadt, zuerst in einer Shisha-Bar am Heumarkt und kurz darauf in einer weiteren Shisha-Bar in unmittelbarer Nähe.
  • Auch im zwei Kilometer entfernten Stadtteil Kesselstadt sollen Schüsse gefallen sein. Die Tatorte: ein Auto und ein Kiosk am Kurt-Schumacher-Platz.
  • Dorthin soll der mutmaßliche Täter mit dem Auto geflüchtet sein.
  • Stunden später entdeckten die Polizei die Leiche des mutmaßlichen Todesschützen in seiner Wohnung. Dort fanden die Ermittler auch die Leiche seiner 72-jährigen Mutter.
  • Es wird davon ausgegangen, dass der mutmaßliche Täter erst seine Mutter und dann sich erschossen hat.
  • Durch Zeugenaussagen und Aufnahmen von Überwachungskameras kamen die Ermittler dem Mann auf die Spur.

Lesen Sie auch

TÄTER

  • Bei dem Mann handelt es sich um den 43-jährigen Tobias R. aus Hanau. Der Deutsche habe wohl allein gehandelt.
  • Nach ersten Erkenntnissen war er ein Sportschütze, der die Waffen legal besessen hatte.
  • Der Mann soll zuvor nicht im Visier der Ermittler gewesen sein.

MOTIV

  • Die Ermittler gehen von einem rechtsradikalen, ausländerfeindlichen Hintergrund der Tat aus. Hinweise auf der Homepage des Täters wiesen darauf hin.
  • Wenige Tage vor dem Verbrechen hatte der mutmaßliche Täter ein Video mit Verschwörungstheorien bei Youtube veröffentlicht. Darin sagt der Mann etwa, in den USA existierten unterirdische Militäreinrichtungen, in denen Kinder misshandelt und getötet würden.
  • Der Mann behauptet in dem Video, Deutschland werde von einem Geheimdienst gesteuert. Außerdem äußert er sich negativ über Migranten aus arabischen Ländern und der Türkei.
  • Auch auf der Homepage des mutmaßlichen Täters wurde ein Schreiben mit den Verschwörungstheorien veröffentlicht.

Lesen Sie auch

WAS WIR NICHT WISSEN

  • Unbekannt ist, wie lange sich das Tatgeschehen hingezogen hat und wo sich der 43-Jährige vor der Tat aufgehalten hat.
  • Auch die Identität der Getöteten und Verletzten wurde zunächst nicht öffentlich gemacht. Nach ersten Erkenntnissen haben viele Opfer ausländische Wurzeln.
  • Wie viele Menschen verletzt wurden, war zunächst nicht klar.
  • Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass der Täter seine Tat im Internet live übertragen hat.
  • Unklar ist auch, auf welchen Plattformen der Mann unterwegs war. Und ob es Mitwisser oder Helfer seiner Tat gab.
  • Auch das Verhältnis zur erschossenen Mutter ist ungeklärt.
  • Unbekannt ist auch, ob der Mann eine psychische Erkrankung hatte.
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+