Pandemie Omikron in Deutschland: Neue Virusvariante bereitet Sorgen

Nach nachgewiesenen Omikron-Fällen in Bayern und Hessen wächst auch in Deutschland die Sorge um diese neue Variante des Coronavirus.
28.11.2021, 05:17
Lesedauer: 3 Min
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Von dpa

Die im südlichen Afrika entdeckte neue Coronavirus-Variante bestimmt seit dem Wochenende die internationale Pandemie-Debatte - angesichts der Verbreitung von Omikron wächst die Beunruhigung auch in Deutschland. Am Samstag wurde die als besorgniserregend eingestufte Variante in München nach Angaben des Max-von-Pettenkofer-Instituts bei zwei Reisenden nachgewiesen, die am 24. November mit einem Flug aus Südafrika eingetroffen waren. In Hessen bestätigte sich am Sonntag der Fall eines weiteren Reiserückkehrers aus Südafrika.

Die zuerst im südlichen Afrika nachgewiesene Variante B.1.1.529 wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als „besorgniserregend“ eingestuft. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC spricht von ernsthaften Sorgen, dass die Variante die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe erheblich verringern und das Risiko von Reinfektionen erhöhen könnte. Welche genauen Auswirkungen die Variante hat, steht aber noch nicht fest.

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Hessens Sozialminister Kai Klose teilte am Sonntag auf Twitter mit, dass eine Sequenzierung die Variante B.1.1.529 beim Reiserückkehrer aus Südafrika nachgewiesen habe. Die Person sei aus dem Rhein-Main-Gebiet. Bei den beiden Fällen in München steht nach Angaben des Virologen Oliver Keppler eine Genomsequenzierung noch aus. Aber es sei „zweifelsfrei bewiesen, dass es sich um diese Variante handelt“, sagte der Leiter des Max-von-Pettenkofer-Instituts.

Die Variante breitet sich offenbar schnell aus, aus vielen Ländern wurden inzwischen Fälle gemeldet, darunter Großbritannien, Dänemark, Belgien, Tschechien und Italien. In den Niederlanden wurden bei 13 Reisenden aus Südafrika Omikron-Infektionen festgestellt. Israel schließt seine Grenzen für Ausländer. Die Philippinen stellen von Sonntag an vorübergehend den Flugverkehr aus sieben europäischen Ländern ein. Wegen neuer Reisebeschränkungen auch in der Schweiz wird die Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation nächste Woche in Genf nicht stattfinden. Das wichtige Treffen wird auf unbestimmte Zeit verschoben.

Auch die Bundesregierung schränkt die Einreise aus acht Ländern im südlichen Afrika drastisch ein. Südafrika, Namibia, Simbabwe, Botsuana, Mosambik, Eswatini, Malawi und Lesotho sind seit Sonntag als Virusvariantengebiete eingestuft. Fluggesellschaften dürfen im Wesentlichen nur noch deutsche Staatsbürger oder in Deutschland lebende Personen von dort nach Deutschland befördern. Für Einreisende gilt eine zweiwöchige Quarantänepflicht, die nicht durch negative Tests verkürzt werden kann - auch für Geimpfte und Genesene. Auch die USA schränken ab Montag Einreisen aus den Staaten des südlichen Afrikas ein.

Die deutsche Lufthansa hält die Flugverbindungen nach Südafrika vorerst aufrecht, wie ein Sprecher am Samstag auf Anfrage bestätigte. Natürlich würden dabei die geltenden Auflagen eingehalten.

Südafrika sieht sich durch die zahlreichen Reisebeschränkungen zu Unrecht bestraft. „Herausragende Wissenschaft sollte gelobt und nicht bestraft werden“, hieß es in einer am Samstag veröffentlichten Stellungnahme des Ministeriums für Internationale Beziehungen unter Verweis auf die Arbeit südafrikanischer Wissenschaftler, die die Omikron-Variante sequenziert und identifiziert hatten. Der US-Außenminister Antony Blinken lobte in einem Telefonat mit seinem südafrikanischen Amtskollegen Südafrika für sein Handeln im Zusammenhang mit der Omikron-Variante als vorbildlich.

++ Dieser Artikel wurde am 28. November um 15.08 Uhr aktualisiert. ++

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