Statistik Ost-West-Wanderung deutlich zurückgegangen

Wiesbaden. Im vergangenen Jahr sind deutlich weniger Menschen von Ost- nach Westdeutschland gezogen. 2009 verlegten 120 000 Bürger ihren Wohnsitz von den neuen in die alten Bundesländer. Das waren zwölf Prozent weniger als noch 2008, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte.
26.05.2010, 14:10
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Wiesbaden. Im vergangenen Jahr sind deutlich weniger Menschen von Ost- nach Westdeutschland gezogen. 2009 verlegten 120 000 Bürger ihren Wohnsitz von den neuen in die alten Bundesländer. Das waren zwölf Prozent weniger als noch 2008, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte.

Die umgekehrte Richtung wurde dagegen beliebter. Vom Westen in den Osten zogen im vergangenen Jahr 88 000 Menschen, drei Prozent mehr als 2008. Berlin ist wegen der Sonderstellung als Hauptstadt in der Statistik allerdings nicht berücksichtigt.

2009 zogen unterm Strich 721 000 Menschen neu nach Deutschland. Das waren sechs Prozent oder 39 000 mehr als 2008. Erstmals seit 2005 lag die Zahl damit wieder über 700 000. Zum Vergleich: Anfang des Jahrtausends waren jährlich deutlich mehr als 800 000 Menschen nach Deutschland zugewandert. Die meisten Zugezogenen waren Ausländer (606 000). Ihre Zahl stieg um sechs Prozent. Hauptherkunftsländer waren Polen, Rumänien, die USA, die Türkei sowie Bulgarien.

Dagegen kehrten im vergangenen Jahr weniger Menschen Deutschland den Rücken als 2008. 734 000 entschieden sich für diesen Schritt, ein Minus von 4000. Hauptziele der Auswanderer waren Polen, Rumänien, die Türkei, die USA und die Schweiz. Im vergangenen Jahr gab es damit statistisch gesehen 13 000 mehr Auswanderungen als Zuwanderungen. Dieses sogenannte Wanderungsdefizit hat sich vor allem durch die höheren Zuzüge gegenüber 2008 um rund 43 000 verringert. Von 1985 bis 2007 wurde jeweils ein Wanderungsüberschuss verzeichnet.

Die hohe Zahl der Auswanderungen belegt nach Ansicht des Grünen- Bundestagsabgeordneten Memet Kilic, dass Deutschland für Migranten an Attraktivität verloren hat. «Wir benötigen aber Zuwanderung, nicht zuletzt um unser Sozialsystem aufrechtzuerhalten», betonte der Sprecher für Migrations- und Integrationspolitik. (dpa)

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