Bundesweites Projekt gegen Politikverdrossenheit

Schulen simulieren Bundestagswahl

Bremen. Zu den bevorstehenden Wahlen im September laufen auch in den Bremer Schulen alle Vorbereitungen auf Hochtouren. Hier heißt es Junior- statt Bundestagswahlen: Es ist das größte Schulprojekt gegen Politikverdrossenheit.
26.05.2013, 05:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Amira Rajab
Schulen simulieren Bundestagswahl

An den Junior-Wahlen nehmen neben dieser neunten Klasse vom Hermann-Böse-Gymnasium bundesweit sehr viele Schüler teil.

Frank Koch

Bremen. Zu den bevorstehenden Wahlen im September laufen auch in den Bremer Schulen alle Vorbereitungen auf Hochtouren. Hier heißt es Junior- statt Bundestagswahlen: Es ist das bisher größte Schulprojekt gegen Politikverdrossenheit in Deutschland. Das Hermann-Böse Gymnasium bereitet derzeit die kommenden neunten Klassen auf den Wahlprozess vor.

Das Projekt zur politischen Bildung findet bundesweit parallel zu Landtags- sowie zu Europawahlen und auch – wie in diesem Jahr – zu den Bundestagswahlen statt. Ziel sei es, Schülerinnen und Schüler Demokratie aktiv beizubringen, sagt die Pressesprecherin Anja Rütenik vom Projekt "Juniorwahlen 2013" aus Berlin. So könnten auch jene Wählerinnen und Wähler ihren eigenen Wahlakt durchführen, die für die eigentlichen Wahlen noch zu jung sind.

In Bremen selbst haben sich bisher 48 Schulen für das Projekt angemeldet. Bis zur tatsächlichen Wahl im September rechnet Rütenik allerdings noch mit einer deutlich höheren Teilnehmerzahl: "Bisher treffen jeden Tag neue Anmeldungen aus Bremen bei uns ein."

Zum Vergleich: Zur letzten Bürgerschaftswahl im Jahr 2011 hatten sich 82 Schulen im Land Bremen angemeldet. Gerade wurde die 1000er-Marke der bundesweiten Anmeldungen geknackt. "Seit Beginn der Juniorwahlen im Jahr 1999 können wir uns über immer größer werdende Teilnehmerzahlen freuen", sagt die Sprecherin. Seit damals hätten auf diese Weise insgesamt über eine Million Schülerinnen und Schüler an dem Projekt teilgenommen.

Auch das Hermann-Böse Gymnasium aus Bremen ist dabei, zum wiederholten Mal übrigens. "Juniorwahlen laufen bei uns genauso ab wie die richtigen Wahlen. Der einzige Unterschied liegt darin, dass die Schüler vorher vorbereitet werden, damit sie sich sicher sind, wo sie ihr Kreuz setzen wollen", sagt die zuständige Koordinatorin vom Hermann-Böse Gymnasium, Christa Bauerschmidt. Deshalb sei auch die lange Vorbereitungszeit sehr wichtig. Schon jetzt würden die ersten organisatorischen Einzelheiten geklärt werden, so die Lehrerin.

"Im neuen Schuljahr geht es dann richtig los", sagt Christa Bauerschmidt. Die Schüler selbst sind dann für die Organisation der Juniorwahlen verantwortlich: Sie stellen Wahlhelfer und bestimmen einen Wahlvorstand. "Der eigentliche Wahlakt liegt somit zum größten Teil in den Händen der Schülerinnen und Schüler selbst", sagt die Koordinatorin. Die Lehrer sind für die Vorbereitung und einen reibungslosen Ablauf zuständig: "Im Unterricht bereiten wir die Jugendlichen mit Planspielen und Gruppenarbeiten zu tagesaktuellen politischen Ereignissen auf die kommenden Wahlen vor."

Die kommenden neunten Klassen seien so am Hermann-Böse-Gymnasium die Hauptwählerschaft. Jugendliche im Alter zwischen 14 und 16 Jahren hätten oft noch wenige Erfahrungen mit Politik, daher sei es wichtig, dass sie mithilfe des Projekts Ereignisse wie die Bundestagswahlen näher kennenlernen. "Gerade weil die Jugendlichen in Bremen, zum Beispiel bei den Landtagswahlen, schon ab 16 wählen dürfen, ist es für die Schüler in diesem Alter besonders interessant", sagt die leitende Lehrerin. Für die Oberstufe hingegen sei das Projekt schon weniger spektakulär: "Für sie sind die tatsächlichen Wahlen deutlich interessanter als nur ein Was-wäre-wenn-Prozess."

Zum Abschluss gibt es schließlich auch keine klassische Klassenarbeit, sondern den finalen Wahlakt. Dabei kann das entscheidende Kreuzchen – wie bei den echten Wahlen – online oder per Hand auf dem Stimmzettel abgegeben werden. Die Wahlergebnisse werden daraufhin parallel zu den tatsächlichen Ergebnissen der Bundestagswahl am Wahlsonntag online einsehbar sein.

Weitere Informationen zum Thema gibt es im Internet unter www.Juniorwahlen.de. Anmeldungen können noch bis Ende Juni eingereicht werden.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+