Dank an Markus Söder und die CSU

Laschet freut sich über „Vertrauensbeweis“

Der CDU-Vorsitzende Armin Laschet hat der CSU und insbesondere Parteichef Markus Söder seinen Dank für die Unterstützung für seine Kanzlerkandidatur ausgesprochen. „Das ist ein großer Vertrauensbeweis."
20.04.2021, 10:54
Lesedauer: 4 Min
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Von dpa
Laschet freut sich über „Vertrauensbeweis“

CDU-Chef Armin Laschet hat der CSU und deren Chef Markus Söder seinen Dank für die Unterstützung seiner Kanzlerkandidatur ausgesprochen.

Michael Kappeler /dpa

Der CDU-Vorsitzende Armin Laschet hat der CSU seinen Dank für die Unterstützung für seine Kanzlerkandidatur ausgesprochen. „Ich danke Markus Söder dafür, dass er der CDU und auch mir persönlich die Unterstützung der CSU und auch des Parteivorsitzenden der CSU zugesagt hat“, sagte Laschet am Dienstag in Berlin. Die CSU habe durch ihr Vorgehen am Montag die Entscheidung der CDU ermöglicht. „Das ist ein großer Vertrauensbeweis“, sagte Laschet. Er danke CSU-Chef Söder und der gesamten CSU „für den guten, fairen Umgang in einer sehr weitreichenden Entscheidung“. Das Verhältnis zum CSU-Vorsitzenden nannte der CDU-Chef gut und vertrauensvoll.

Söder hatte die Entscheidung über die Kanzlerkandidatur nach einwöchigem Machtkampf am Montag allein in die Hände der CDU gelegt. In einer digitalen Sondersitzung des CDU-Vorstands hatten in der Nacht zum Dienstag 31 von 46 stimmberechtigten Vorstandsmitgliedern in geheimer Wahl für den eigenen Parteivorsitzenden Laschet als Kanzlerkandidaten plädiert. 9 stimmten für Söder, 6 enthielten sich.

Am Dienstag akzeptierte Söder dieses Votum. „Die Würfel sind gefallen, Armin Laschet wird Kanzlerkandidat der Union“, sagte Söder am Mittag in München.

Laschet betonte, Söder werde eine zentrale Rolle für die Union und die Zukunft der Bundesrepublik Deutschland spielen“. Er kündigte an, er werde sich weiterhin „täglich, zweitäglich, wöchentlich und wann immer es nötig ist, mit ihm abstimmen“. Er habe immer den Willen, mit Söder zu gemeinsamen Ergebnissen zu kommen, betonte Laschet.

Laschet lobte die Schwesterparteien CDU und CSU als „einzigartiges Phänomen“. Für den Wahlerfolg müssten CDU und CSU nun als Team in den Wahlkampf gehen. Mit ihrem Modell als Schwesterparteien seien CDU und CSU Stabilitätsanker und Modernisierungsmotor des Landes.

Statement CSU-Chef Markus Söder

Am Dienstag akzeptierte Söder das Votum des CDU-Bundesvorstandes. „Die Würfel sind gefallen, Armin Laschet wird Kanzlerkandidat der Union“, sagte Söder.

Foto: Peter Kneffel /dpa

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak betonte: „Die Bundestagswahl wird nicht nur eine Vertrauenswahl, sondern eine Richtungswahl.“ Laschet sei „der Kanzlerkandidat der gesellschaftlichen Mitte in Deutschland“. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident sei ein leidenschaftlicher Europäer. „Armin Laschet steht für Zusammenhalt, er kann führen und er kann zusammenführen“, sagte Ziemiak und betonte: „Armin Laschet ist der richtige Kanzler für Deutschland.“

CSU-Generalsekretär Markus Blume betonte, Söder habe in den vergangenen Tagen eindrucksvoll bewiesen, welche Zugkraft er für die Union entfalten könne. „Markus Söder war erkennbar der Kandidat der Herzen“, sagte er. Aber am Ende entscheide in einer Demokratie die Mehrheit. Dies akzeptiere die CSU.

Auch der Laschet bei der Wahl zum CDU-Chef unterlegene Friedrich Merz gratulierte seinem ehemaligen Kontrahenten zum klaren Votum: „Gratulation an Armin Laschet. Jetzt richten wir den Blick nach vorn: Raus aus dem Klein-Klein, konkrete Vorschläge für die Bundestagswahl, ein Modernisierungsjahrzehnt für Deutschland“, sagte Merz der „Bild“-Zeitung am Dienstag.

Ob damit aber die kontroverse Debatte um die Kanzlerkandidatur in der Union gänzlich beendet ist, bleibt abzuwarten. „Es wird sicher noch Diskussionen geben, aber wir jedenfalls werden unseren Beitrag zum gemeinsamen Erfolg leisten“, sagte auch Söder. Mit Spannung erwartet werden daher insbesondere die Reaktion der Unionsfraktion am Nachmittag im Bundestag sowie die Rückmeldungen von der CDU-Basis in den kommenden Tagen. Hier hatte es in den vergangenen Tagen auch großen Zuspruch für Söder gegeben.

Thüringens CDU-Landeschef Christian Hirte wertete das Votum für Laschet bereits als „Entscheidung gegen die CDU-Basis“. Die Stimmung in Thüringen sowie in mehreren anderen Landesverbänden sei deutlich für Söder als Kanzlerkandidat, sagte er am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Er gehe aber davon aus, dass Söder einen Kanzlerkandidat Laschet im Bundestagswahlkampf unterstützten werde. „Wir sind jetzt gut beraten, uns hinter Armin Laschet zu versammeln und uns auf Inhalte zu konzentrieren.“

Auch Bayerns Finanzminister Albert Füracker (CSU) bezeichnete den Beschluss gegen die CDU-Basis als „sehr bemerkenswert“. Er wundere sich dennoch sehr, dass man die eindeutige Pro-Söder-Stimmung an der CDU-Basis völlig ignoriert habe.

Auch aus der CSU kamen am Dienstag bereits kritische Töne. So hinterlasse das Verfahren „durchaus einige Fragezeichen“, sagte der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Alexander Dobrindt, am Dienstag in Berlin. Es habe aber ein Ergebnis gebracht. „Und mit dem Ergebnis muss man umgehen.“ Dobrindt sagte voraus, das Verfahren werde zu Diskussionen führen. Man habe aber auch „den gemeinsamen Auftrag dafür, dass wir Prozesse nicht dauerhaft verlängern“.

Politiker seien alle „Kinder von Gremien“, sagte Dobrindt. „Wir leben alle in Gremien.“ Aber: „Wir erleben natürlich auch, dass Gremien nur so lange funktionsfähig sind, solange ihre Entscheidungen auf Akzeptanz stoßen.“

Die Union steht nicht nur wegen der internen Folgen des Streits fünf Monate vor der Bundestagswahl maximal unter Druck. Hinzu kommt, dass die Grünen - nach aktuellen Umfragen stärkste Kraft hinter der Union - Parteichefin Annalena Baerbock als ihre Kanzlerkandidatin präsentierten. Dass für die SPD Olaf Scholz antritt, steht seit längerem fest. Einzig die Union, die mit Angela Merkel seit fast 16 Jahren die Kanzlerin stellt, konnte die Personalie wegen des internen Streits zunächst nicht entschieden.

++ Dieser Artikel wurde um 14.48 Uhr aktualisiert. ++

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