Ehemaliger SPD-Vizevorsitzende

Stegner will für den Bundestag kandidieren

Der ehemalige SPD-Vizevorsitzende Ralf Stegner will in den Bundestag. Er bringe „Leidenschaft und Kampfkraft sowie 100 Prozent Sozialdemokratie“ mit, teilte er mit.
08.07.2020, 13:08
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Stegner will für den Bundestag kandidieren

SPD-Fraktionschef Stegner will für den Bundestag kandidieren.

Bernd von Jutrczenka/dpa

Der ehemalige SPD-Vizevorsitzende Ralf Stegner will in den Bundestag. „Ich habe gestern Abend meine Bewerbung für die Kandidatur im Wahlkreis 7 (Pinneberg) an den Kreisvorstand der SPD Pinneberg übermittelt“, sagte der 60-Jährige am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Die Bundestagswahl im kommenden Jahr werde eine entscheidende Weichenstellung für die Zukunft des Landes und sicher auch für die Zukunft der SPD. Er bringe „Leidenschaft und Kampfkraft sowie 100 Prozent Sozialdemokratie“ mit. „Die Power ist bei mir - mit SPD-Durchschnittsalter - noch reichlich vorhanden.“

„Dass unsere Partei, die immer noch die größte Mitgliederpartei in Deutschland ist und eine einzigartige Tradition hat, die immer für Frieden und Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität, Demokratie und Toleranz gestanden hat, bei kümmerlichen 15 Prozent in den Umfragen verharrt, damit können und dürfen wir uns nicht zufrieden geben“, sagte Stegner. Die angesichts der Corona-Krise zu lösenden Probleme riefen geradezu nach sozialdemokratischen Antworten.

Stegner will im Wahlkreis Pinneberg Ernst-Dieter Rossmann beerben. Der 69-Jährige gehört seit 1998 dem Bundestag an. Er hatte das Direktmandat zuletzt 2002 gewonnen und war seitdem über die Landesliste ins Parlament eingezogen. Rossmann will nicht mehr für den Bundestag kandidieren.

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Seit mehr als 20 Jahren mischt der streitbare Stegner in Schleswig-Holsteins Landespolitik mit. Seit 2003 tat der Harvard-Absolvent dies in erster Reihe als Finanzminister unter Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD), als Innenminister unter Regierungschef Peter Harry Carstensen (CDU), dann als Landespartei- und Fraktionschef der SPD. Den Landesvorsitz gab er 2019 nach zwölf Jahren ab, Fraktionschef ist er seit 2008.

Auch auf Bundesebene mischte Stegner oft kräftig mit. Von 2014 bis 2019 war er stellvertretender SPD-Bundesvorsitzender. Stegner wird dem linken Spektrum der Partei zugerechnet. Im vergangenen Jahr bewarb er sich Stegner gemeinsam mit Gesine Schwan erfolglos um den SPD-Bundesvorsitz.

Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Kubicki zeigte sich erfreut über die Kandidatur Stegners. „Ralf Stegner ist Parlamentarier durch und durch. Er wird sicher für eine Belebung der Debattenkultur in Berlin sorgen“, sagte Kubicki der dpa. (dpa)

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