Konflikt Ukraine: Gerst hofft auf Verständigung durch Raumfahrt

Gemeinsame Projekte im Weltall, um den Ukraine-Konflikt zu deeskalieren? Diese Hoffnung hat der deutsche Astronat Alexander Gerst. Die Raumfahrt sei eine Art „Völkerverständigung“.
27.01.2022, 04:33
Lesedauer: 1 Min
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Von dpa

Brüssel/Kiew (dpa) - Der deutsche Astronaut Alexander Gerst hofft mit Blick auf den eskalierenden Ukraine-Konflikt, dass die Zusammenarbeit mit Russland im All zur Annäherung beitragen kann.

„Das war schon immer eine Völkerverständigung“, sagte er der Deutschen Presse- Agentur am Rande der europäischen Weltraumkonferenz in Brüssel. Weil die Raumfahrt so komplex sei, zwinge sie zur Kooperation.

„Wir sehen auch auf solche Konflikte mit Sorge. Wir hoffen, dass unsere Mitmenschen die überwinden können und wir versuchen dazu beizutragen“, betonte er mit Blick auf seine russischen Kollegen, mit denen er auch befreundet sei und seit Jahren gemeinsam trainiere. Diese sähen das genauso.

Ukraine-Krise spitzt sich zu

Die Krise um den russischen Truppenaufmarsch an der ukrainischen Grenze spitzt sich seit Monaten zu. Westliche Länder warnen davor, dass Russland unter einem Vorwand in die Ukraine einmarschieren könnte, Moskau dementiert dies. In Kiew landen aktuell beinahe täglich Flugzeuge aus Großbritannien und den USA mit militärischer Ausrüstung.

Gerst verwies darauf, dass auch zu Zeiten des Kalten Krieges gemeinsame Projekte im Weltall durchgeführt wurden. „Wenn man mit jemandem zusammen in ein Raumschiff steigt, in den Weltraum fliegt und dann die Erde von außen sieht, da verlieren sich Dinge wie Nationalitäten“, sagte er. „Man sieht, da sind keine Grenzen.“ So erinnere er sich daran, dass er in Kasachstan, einem Ort, an dem er nie zuvor gewesen sei, aus der Raumkapsel gestiegen sei und die Erde gerochen habe. „Der kam mir so vor wie meine Heimat, wie ein ganz vertrauter Ort.“

Im September soll im Rahmen der „Exomars“-Mission mit russischer Hilfe ein Rover Richtung Nachbarplanet starten. Der Chef der europäischen Raumfahrtagentur Esa, Josef Aschbacher, betonte im Gespräch mit der dpa, dass dieses Projekt von den Partnern abhängig sei. „Es gibt natürlich Spannungen am Boden, aber im Weltraum haben wir es bisher geschafft, das zu isolieren und ich hoffe, dass das weiterhin so bleibt.“

© dpa-infocom, dpa:220127-99-865963/3

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