Weder Außenminister noch Vize-Kanzler

Was wird aus Sigmar Gabriel?

Nach der Einigung zwischen Union und SPD gibt es bei den Sozialdemokraten vor allem einen Verlierer: Sigmar Gabriel.
07.02.2018, 20:15
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Was wird aus Sigmar Gabriel?
Von Carolin Henkenberens
Was wird aus Sigmar Gabriel?

Beliebt beim Volk wie nie zuvor: Sigmar Gabriel

dpa

Als Außenminister war er beliebt wie nie zuvor: Sigmar Gabriel. Der einstige SPD-Chef hatte mit dem Amt seinen Traumjob gefunden, so schien es. Er bewegte sich sicher auf dem internationalen Parkett, traf Staatsoberhäupter und Regierungschefs. Doch die Neuaufstellung der SPD nach der Einigung auf einen Koalitionsvertrag traf ihn als Leidtragenden.

Außenminister soll nämlich Martin Schulz werden, auf dessen Posten als SPD-Chef soll Andrea Nahles folgen. Auch das Amt des Vize-Kanzlers behält Gabriel nicht: Olaf Scholz, Hamburgs Erster Bürgermeister, soll Finanzminister und Vize-Kanzler werden.

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Sigmar Gabriel also könnte dem neuen Kabinett gar nicht mehr angehören und wäre dann nur noch Hinterbänkler im Bundestag ohne einen Führungsposten. Und das, obwohl er momentan in allen Ranglisten der beliebteste deutsche Politiker ist – noch vor Angela Merkel und Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (beide CDU). Gabriels hohen Sympathiewerte sind insofern erstaunlich, als dass er als Parteichef noch eher unbeliebt in der Bevölkerung war und deshalb nicht als Kanzlerkandidat bei der Bundestagswahl angetreten war.

Als Zeichen dafür, dass Sigmar Gabriel künftig keine größere Rolle mehr spielt, war auch das Selfie einiger SPD-Politiker nach den nächtlichen Verhandlungen interpretiert worden. Darauf zu sehen sind Andrea Nahles, Generalsekretär Lars Klingbeil, Martin Schulz, die Ministerpräsidentinnen Malu Dreyer und Manuela Schwesig, Olaf Scholz sowie der Parlamentarische Geschäftsführer Carsten Schneider. Gabriel hingegen fehlt auf dem Bild.

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„Müde. Aber zufrieden. Der Vertrag steht! Endlich.“ - Dieses Bild veröffentlichte die SPD am Mittwochmorgen über WhatsApp.

Foto: SPD

Sigmar Gabriel war seit Januar 2017 Außenminister. Er löste Frank-Walter Steinmeier ab, der Bundespräsident wurde. Zuvor war Gabriel Wirtschaftsminister unter Kanzlerin Merkel. Bevor er 2005 in die Bundespolitik wechselte, war er von 1999 bis 2003 in Niedersachsen Ministerpräsident. Gabriel kommt nämlich aus Goslar.

Ein weiterer Verlierer der Einigung ist übrigens der einstige Innenminister Thomas de Maizière (CDU). Sein Ministerium übernimmt der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer. Zusätzlich erhält er die Verantwortung über die Bereiche Heimat und Bau. Über das neue Heimatministerium, das es in Bayern schon gibt, brachen am Mittwoch im Internet großer Spott und Hohn aus.

(mit dpa)

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