G20-Gipfel

WESER-KURIER wehrt sich nach Fotografen-Ausschluss

Am Freitag wurde dem WESER-KURIER-Fotografen Rafael Heygster die Akkreditierung für die Berichterstattung über den G20-Gipfel entzogen. Nun hat der WESER-KURIER offiziell Widerspruch dagegen eingelegt.
08.07.2017, 21:23
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WESER-KURIER wehrt sich nach Fotografen-Ausschluss
Von Stefan Dammann
WESER-KURIER wehrt sich nach Fotografen-Ausschluss

Rafael Heygster hat die massiven Ausschreitungen im Hambuger Schanzenviertel bildlich festgehalten.

Rafael Heygster

Der WESER-KURIER hat beim Bundeskriminalamt (BKA) offiziell Widerspruch dagegen eingelegt, dass unserem Fotografen Rafael Heygster beim G 20-Gipfel die Akkreditierung entzogen worden ist (wir berichteten). Eine Begründung hat Heygster bisher nicht bekommen, ihm wurde der Ausweis einfach abgenommen. Auch eine offizielle Stellungnahme gibt es nicht. Der WESER-KURIER hält das Verfahren für den Entzug eines Grundrechts.

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Auf Nachfrage formulierte am Sonnabend das ebenfalls beteiligte Bundespresseamt: „Es sind Sicherheitsbedenken erhoben worden, die sich auf Erkenntnisse des BKA stützen.“ Mehr wollte das Amt nicht sagen.

Heygster selbst kann sich das nicht erklären. „Ich finde das höchst bedenklich“, ist er ziemlich sauer, dass er mittendrin von der Veranstaltung ausgeschossen wurde und am Freitagabend zum Beispiel nicht mehr in der Elbphilharmonie fotografieren durfte. Heygster: „Ich habe mich vor drei Wochen akkreditiert, da war Zeit genug, etwas festzustellen oder nachzufragen.“

Die beiden großen Journalistenverbände protestieren ebenfalls dagegen, dass mehreren Pressevertretern die Akkreditierungen entzogen wurde. Das Vorgehen des BKA sei rechtlich äußerst fragwürdig, erklärte die Geschäftsführerin der Deutschen Journalisten-Union (DJU), Cornelia Haß. Es dränge sich eher der Eindruck auf, dass unliebsame Berichterstattung unterbunden werden soll. Auch Frank Überall, Vorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV), ist sauer: „Dieses Verhalten muss erklärt und überprüft werden, und das werden wir einfordern. Es sorgt für Bauchschmerzen in Sachen Pressefreiheit.“

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