Brief an die Bundesregierung

Zehn Städte wollen Flüchtlinge aus Moria aufnehmen

In einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel bieten zehn deutsche Städte die Aufnahme von Flüchtlingen aus dem abgebrannten Lager in Moria an. Sie fordern, dass die Bundesregierung mit gutem Beispiel vorangeht.
11.09.2020, 06:50
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Zehn Städte wollen Flüchtlinge aus Moria aufnehmen

Ein Mädchen steht an, um in der Nähe des ausgebrannten Flüchtlingslagers Moria Lebensmittel zu erhalten.

Socrates Baltagiannis / dpa

Nach dem Großbrand im griechischen Migrantenlager Moria auf Lesbos bieten zehn deutsche Städte der Bundesregierung in einem Brief an, Menschen ohne Obdach hierzulande aufzunehmen. „Wir sind bereit, Menschen aus Moria aufzunehmen, um die humanitäre Katastrophe zu entschärfen“, heißt es in einem Schreiben der Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister von Hannover, Potsdam, Freiburg, Oldenburg, Düsseldorf, Göttingen, Gießen sowie Köln, Bielefeld und Krefeld. Der Brief an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) lag dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Donnerstag) vor.

Darin heißt es demnach, dass die 13.000 Menschen aus dem Lager Moria nun auch noch ihr letztes Dach über dem Kopf verloren hätten. Die Bundesregierung müsse nun vorangehen und dürfe nicht weiter auf eine gesamteuropäische Lösung warten. Europaweit seien Kommunen zur Mithilfe bereit. Dies müsse ermöglicht werden. Seehofer hatte sich bisher geweigert, bereitwilligen Kommunen diese Möglichkeit zu eröffnen.

Norbert Röttgen, CDU-Außenpolitiker und Kandidat für den Parteivorsitz, warb im ARD-„Brennpunkt“ für die Forderung von 16 Unions-Abgeordneten, 5000 Flüchtlinge aus Griechenland aufzunehmen. „Jeder Flüchtling, der im Dreck in Moria sitzt, zum Teil seit Jahren, hat die gleiche Menschenwürde wie wir hier in Europa“, sagte Röttgen. Wenn 5000 Flüchtlinge in Deutschland und anderen europäischen Staaten aufgenommen würden, sei dies eine „wirkliche Entlastung“ für die Lage vor Ort. Es handle sich auf Lesbos um „nackte, menschliche Not“. Röttgen hatte den Vorstoß der Unions-Abgeordneten ebenfalls unterzeichnet. (dpa)

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