Nach Rücktritt von Kevin Kühnert

Jessica Rosenthal will Juso-Chefin im Bund werden

Die 27 Jahre alte Lehrerin und Vorsitzende der Jusos in NRW, Jessica Rosenthal aus Bonn, will für den Bundesvorsitz der Jusos kandidieren und damit Nachfolgerin von Kevin Kühnert werden.
06.08.2020, 16:30
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Jessica Rosenthal will Juso-Chefin im Bund werden

Jessica Rosenthal, Vorsitzende der nordrhein-westfälischen Jusos, will für das Amt der Bundesvorsitzenden der Jusos kandidieren.

Rolf Vennenbernd/dpa

Die Vorsitzende der nordrhein-westfälischen Jusos, Jessica Rosenthal, will Nachfolgerin von Kevin Kühnert als Bundeschefin der SPD-Jugendorganisation werden. „Ich werde beim Bundeskongress im November kandidieren“, sagte die 27 Jahre alte Lehrerin aus Bonn dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“.

Es wäre für sie „eine große Ehre“, falls sie Kühnerts Arbeit fortsetzen dürfe. In dem Interview erklärte sie auch: „Ich bin Jungsozialistin. Bei mir gibt es keinen Etikettenschwindel. Ich will den Kapitalismus, der auf Ausbeutung beruht, überwinden.“

SPD-Vize Kevin Kühnert hatte Anfang der Woche angekündigt, das Amt des Juso-Vorsitzenden im Herbst niederzulegen und im Berliner Wahlkreis Tempelhof-Schöneberg für den Bundestag zu kandidieren. Eine Sprecherin des Juso-Bundesbüros in Berlin sagte, ihr seien derzeit keine weiteren Kandidaturen außer der von Rosenthal bekannt, aber Kühnerts Rückzugsankündigung sei ja auch noch „recht frisch“.

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Rosenthal hatte sich vehement für Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans als neue SPD-Vorsitzende eingesetzt. Bei deren Wahl sagte sie im vergangenen Jahr: „Heute ist ein historischer Tag.“ Zuvor hatte sie gegen eine Neuauflage der großen Koalition nach der vergangenen Bundestagswahl gekämpft: Die großen Zukunftsfragen könnten in einer solchen Regierung der Kompromisse nicht gelöst werden, sagte sie 2018, es bedürfe eines klaren Politikwechsels: „Grundsätzlich gibt es die SPD ja, weil sie ganz, ganz andere Positionen hat als die Union in vielen Fragen.“

Das derzeitige Umfragehoch der CDU sei „ein Merkel-Hoch“, sagte sie am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Das werde sich ändern, wenn die Menschen die Auswahl zwischen Armin Laschet und Friedrich Merz hätten. „Laschet hat sich durch seinen eklatant schlechten Job als Corona-Krisenmanager in NRW völlig für höhere Aufgaben disqualifiziert.“ Merz sei mit seiner neoliberalen Ideologie in einer Zeit „hängen geblieben“, die längst überwunden worden sei.

Rosenthal wurde 1992 in Hameln in Niedersachsen geboren. Von 2012 bis 2018 studierte sie in Bonn Deutsch, Geschichte und Bildungswissenschaften und unterrichtet heute an einer Realschule in Bonn. Mitglied der SPD ist sie seit 2013. Seit zwei Jahren ist sie Vorsitzende der NRW-Jusos. (dpa)

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