Kommentar über Antisemitismus in Deutschland

Jüdisches Leben in Deutschland schützen

Die Bundesrepublik hat den Juden in Deutschland das Versprechen gegeben: Wir beschützen Euch. Dieses Versprechen muss dieser Staat halten, schreibt Markus Peters.
10.10.2019, 17:22
Lesedauer: 1 Min
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Jüdisches Leben in Deutschland schützen
Von Markus Peters

Schön wäre es, wenn Synagogen in Deutschland so ungeschützt bleiben könnten wie Kirchen und Moscheen. Aber das ist leider nicht so. Jüdische Einrichtungen müssen auch 74 Jahre nach dem Ende der Nazi-Diktatur in Deutschland besonders gesichert werden. Und zwar durch die Polizei, weil die ungestörte Religionsausübung nach Artikel 4 des Grundgesetzes gewährleistet wird.

Dass dies am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur – am Versöhnungstag – in Halle nicht gelang, ist ein unfassbares Versagen der Polizei. Es war eine krasse Fehleinschätzung der Gefahrenlage, die Synagoge nicht – wie in zahlreichen anderen Städten in Deutschland üblich – rund um die Uhr zu überwachen. Wie der Fall Halle und auch andere Anschläge in jüngster Vergangenheit zeigen, ist die Bewachung jüdischer Einrichtungen in Deutschland noch dringend notwendig. Leider!

Die Bundesrepublik hat den Juden, die nach dem Holocaust in Deutschland blieben oder hierhin kamen, das Versprechen gegeben: Wir beschützen Euch. Dieses Versprechen muss dieser Staat halten. Es darf nicht sein, das jüdisches Leben in Deutschland nur in Nischen oder im Geheimen stattfinden kann.

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