Kommentar über den G20-Gipfel in Buenos Aires Kein guter Start

Angela Merkels Anreise nach Buenos Aires gestaltete sich schwierig. Ginge es nun beim G20-Gipfeltreffen erfolgreich weiter, wäre die Panne schnell vergessen. Aber das wird wohl nichts, meint Moritz Döbler.
30.11.2018, 21:16
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Kein guter Start
Von Moritz Döbler

Wenn das schon so losgeht, dürfte sich die Bundeskanzlerin gedacht haben, als der Airbus „Konrad Adenauer“ wegen eines Defekts wieder Kurs auf Deutschland nahm. Angela Merkel neigt nicht zu Eitelkeit, aber mit dem A340, der zehn Jahre auf dem Buckel hatte, als ihn der Bund 2009 kaufte, kann man keinen Staat machen, so alt und klein wie er ist. Die Flugzeuge, mit denen die Staatschefs aus den USA, China, Russland oder Saudi-Arabien anreisen, stellen die „Konrad Adenauer“ stets in den Schatten. Werbung für die europäische Luftfahrtindustrie sähe anders aus.

Ginge es nach der verspäteten Anreise in Buenos Aires erfolgreich weiter, wäre die Panne schnell vergessen. Aber das wird wohl nichts. Das Gipfelformat mit den Staats- und Regierungschefs der großen Industrienationen und der wichtigsten Schwellenländer wurde vor zehn Jahren geboren, als die Weltwirtschaft in die Rezession stürzte. Ist die Not groß genug, stehen alle zusammen. Doch heute lassen sich die meisten Teilnehmer allein von Partikularinteressen leiten. Hoffentlich wird das einmal anders: nicht wegen einer neuen globalen Krise, sondern aus Einsicht.

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