Kommentar über Syrien Keine Notiz

Es ist müßig, darüber zu verhandeln, welche Kriegspartei im Krieg in Syrien die weniger schlimme ist, denn alle haben Blut an den Händen, schreibt Birgit Svensson.
05.06.2018, 22:12
Lesedauer: 1 Min
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Keine Notiz
Von Birgit Svensson

Der Bericht von Amnesty International (AI) zeigt einmal mehr, dass es im mittlerweile sieben Jahre dauernden Krieg in Syrien keine Guten gibt. Das machen auch frühere Berichte deutlich. Alle, aber restlos alle, beschmutzen sich dort die Finger, haben Blut an den Händen. Das ist Fakt. Es ist müßig, darüber zu verhandeln, welche Kriegspartei die weniger schlimme ist.

Natürlich weist die westliche Militärallianz, die in Syrien und auch im Irak operiert, die Kritik etwaiger Kriegsverbrechen zurück. Das tut auch Russland und sogar Assad, der Schlächter von Damaskus. Doch seitdem George W. Bush die Kriegsverbrechen der Amerikaner im Irak als Kollateralschäden abtat, weiß man, was von den Zurückweisungen zu halten ist.

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Rücksichtslosigkeit im Umgang mit Zivilisten ist hier noch eine harmlose Untertreibung. Und noch etwas: wer die Bilder von der Zerstörung Rakkas in Syrien mit denen vom irakischen Ramadi vergleicht, stellt fest, sie gleichen einander wie ein Ei dem anderen. Auch in der Provinz Anbar, einer ehemaligen Hochburg von Daesch, wurde nach Rasenmäherprinzip bombardiert, ganze Straßenzüge buchstäblich ausradiert. Doch davon hat Amnesty noch keine Notiz genommen.

birgit.svensson@weser-kurier.de

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