Kommentar über die Impfstrategie der EU Suche nach einem Sündenbock

Die Bekanntgabe guter Nachrichten übernimmt Ursula von der Leyen gerne selbst: 300 Millionen zusätzliche Corona-Impfdosen hat sie bestellt. Die Impfstrategie der EU ist besser als ihr Ruf, meint Detlef Drewes.
09.01.2021, 05:00
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Suche nach einem Sündenbock
Von Detlef Drewes

Als die ersten Corona-Impfdosen in der EU verabreicht wurden, war dies eine Stunde der Theatralik. „Das ist Europas Moment“, jubelte beispielsweise EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Andere wählten ähnlich feierliche Worte.

Alle gemeinsam suggerierten der Öffentlichkeit, dass die Mitgliedstaaten mit Impfstoff regelrecht überflutet und Lockdowns sowie Einschränkungen obsolet werden.

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Dabei war schon an jenem denkwürdigen 27. Dezember 2020 klar, dass dies bestenfalls ein Traum bleiben würde. Nicht, weil die EU zu wenige Dosen bestellt hatte oder die Impfzentren noch gar nicht gebraucht wurden, da man zunächst in den Alten- und Pflegeheimen impfen wollte, sondern weil die Hersteller plötzlich einen Rückzieher machten. Denn sie konnten die vereinbarten Mengen nicht liefern.

Bei der Suche nach einem Sündenbock werden viele in Brüssel fündig. Aber sie liegen daneben. Nein, dort wurde gewiss nicht alles richtig gemacht. Aber für die Vakzin-Engpässe ist die EU-Kommission nicht verantwortlich.

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