Kommentar über das KSK

Ein unverzichtbarer Schritt

Nach den rechtsextremistischen Zwischenfällen beim Kommando Spezialkräfte greift Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer durch. Ein mutiger Schritt, meint unser Redakteur Norbert Holst.
02.07.2020, 05:00
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Ein unverzichtbarer Schritt
Von Norbert Holst
Ein unverzichtbarer Schritt

Übung für den Ernstfall: Soldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) stürmen auf dem Kasernengelände in Calw eine Tür.

Patrick Seeger /dpa

Geburtstagsfeiern mit dem Hitler-Gruß, Tausch von NS-Devotionalien, eine erschreckende Nähe zur Identitären Bewegung, eine starke Zunahme von rechtsradikalen Verdachtsfällen in der Bundeswehr – und eine Untersuchung des Verteidigungsministeriums bescheinigt ausgerechnet der Elitetruppe Kommando Spezialkräfte, ein Problem mit rechtsextremen Soldaten zu haben.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer schickt nun eigens ihren Staatssekretär, um den Stall auszumisten. AKK hat den Kommandokriegern einen Einsatzstopp verordnet, eine Kompanie soll aufgelöst werden, der Rest der Truppe steht unter verschärfter Beobachtung. Schließlich muss eine militärische Führung in eine besondere Truppe auch ein besonderes Vertrauen haben können. Dieses Vertrauen ist seit Jahren strapaziert worden. Immer wieder sorgte der braune Ungeist im KSK für Schlagzeilen. Ursula von der Leyen, Vorgängerin der amtierenden Ministerin, fand scharfe Worte gegen die Kultur des Wegsehens. Doch sie ließ das Thema schleifen. Kramp-Karrenbauer macht Ernst und greift durch. Das ist ein mutiger, aber auch ein unverzichtbarer Schritt.

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