Trotz Coronakrise Kommunalwahlen beginnen in Frankreich

Am Sonntag sind 47,7 Millionen Menschen in Frankreich zur Wahl aufgerufen. Laut Frankreichs Premier solle es keine wissenschaftlichen Bedenken gebe, wenn Vorsichtsmaßnahmen eingehalten würden.
15.03.2020, 12:35
Lesedauer: 1 Min
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Von ulia Naue

In Frankreich hat am Sonntag trotz Coronavirus die erste Runde der Kommunalwahlen begonnen. Obwohl seit Mitternacht Restaurants, Bars und Läden im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus bis auf Weiteres geschlossen sind, sollen die Französinnen und Franzosen über die Machtverhältnisse in den Kommunalparlamenten abstimmen. Rund 47,7 Millionen Menschen sind zur Wahl aufgerufen, darunter auch 330 000 in Frankreich lebende EU-Bürgerinnen und -Bürger.

Frankreichs Premier hatte am Samstagabend verkündet, dass die bisherigen Maßnahmen gegen das Coronavirus nicht wirksam gewesen seien. Die Zahl der Infizierten war noch einmal massiv angestiegen. Deshalb gilt nun in Frankreich „Phase 3“, die höchste Stufe im Kampf gegen die Pandemie. Das heißt, dass nur noch zum Leben notwendige Einrichtungen wie Lebensmittelläden, Banken, Tankstellen oder Apotheken geöffnet sind. In Paris schlossen zahlreiche Bars um Punkt Mitternacht, vereinzelt kontrollierte die Polizei.

In Frankreich wird nun eine niedrige Wahlbeteiligung befürchtet. Zahlreiche Politikerinnen und Politiker forderten nach der Ansage des Premiers am Samstagabend deshalb die Verschiebung der Wahlen. Doch Philippe betonte, dass es keine wissenschaftlichen Bedenken gebe, wenn Vorsichtsmaßnahmen eingehalten würden. So empfiehlt die Regierung den Menschen, einen eigenen Stift mitzubringen. Auch mit Schutzmaske darf gewählt werden, allerdings nur wenn die Person identifizierbar ist. Ist das nicht der Fall, muss die Maske abgenommen werden, damit die Identität überprüft werden kann.

Die Wahl gilt als Stimmungstest für Präsident Emmanuel Macron - seine Partei La République en Marche ist in den Regionen kaum verankert. Spannend dürfte auch werden, wer sich im Rennen um das Bürgermeisteramt in Paris behauptet - dort tritt die für ihre fahrradfreundliche Politik bekannte Sozialistin Anne Hidalgo noch einmal an und liefert sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Konservativen Rachida Dati.

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