Plagiatsaffäre

Kritik an Giffey nach Verzicht auf Führen eines Doktortitels

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey verzichtet auf ihren Doktortitel, um sich den politischen Folgen eines weiteren Prüfungsverfahrens zu entziehen. Kritik kommt nun aus der FDP.
14.11.2020, 10:01
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Kritik an Giffey nach Verzicht auf Führen eines Doktortitels

Franziska Giffey (SPD), Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Foto: Kay Nietfeld/dpa-Pool/dpa

Kay Nietfeld / dpa

Trotz des Verzichts auf das Führen ihres Doktortitels hält die Kritik an Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) an.

Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki sagte der „Bild“ (Samstag), Giffey werde durch dieses Vorgehen nicht erlöst, denn die Frage, ob sie bei der Erstellung der Arbeit geschummelt habe, werde abschließend geklärt werden müssen.

„Stellt sich heraus, dass sie getäuscht hat, bleibt ihr nur der Rücktritt.“ Es gebe keinen logischen Grund, warum bei ihr andere Maßstäbe gelten sollten als bei Karl-Theodor zu Guttenberg. Im vergangenen Jahr hatte Giffey ihren Rücktritt angekündigt, falls ihr der Titel nach Plagiatsvorwürfen aberkannt werden sollte.

Giffey hatte am Freitag in einer persönlichen Erklärung weitere Konsequenzen ausgeschlossen und hält auch an ihrer Kandidatur für den Berliner SPD-Landesvorsitz am 27. November fest - ihr Können hänge nicht von diesem Titel ab. Der Hintergrund für diesen Schritt: In der vergangenen Woche hatte die Freie Universität (FU) Berlin angekündigt, sie wolle das Prüfverfahren um die Doktorarbeit neu aufrollen.

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Thomas Sattelberger sagte der „Bild“, Giffey habe bis zum Ende versucht, die Plagiatsaffäre auszusitzen. „Das zeugt weder von Anstand und Moral noch von Einsicht. Wer so heuchlerisch vorgeht, disqualifiziert sich für eine Spitzenkandidatur. Und auch für ein Ministeramt.“

Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Arnold Vaatz (CDU) sagte der Zeitung, er sei jetzt sehr gespannt, ob bei der SPD-Ministerin die gleichen Maßstäbe angelegt würden wie in den Fällen Guttenberg und Annette Schavan.

© dpa-infocom, dpa:201114-99-330071/2 (dpa)

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