Michaela Noll ins Präsidium gewählt Künftig leitet sie Plenarsitzungen

Berlin. Es ist ein trauriger Anlass, der Michaela Noll einen neuen Job verschafft hat. Die CDU-Politikerin wurde am Donnerstag zur neuen Bundestags-Vizepräsidentin gewählt – als Ersatz für ihren Parteikollegen Peter Hintze, der im November im Alter von 66 Jahren gestorben war.
20.01.2017, 00:00
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Künftig leitet sie Plenarsitzungen
Von Daniela Vates

Berlin. Es ist ein trauriger Anlass, der Michaela Noll einen neuen Job verschafft hat. Die CDU-Politikerin wurde am Donnerstag zur neuen Bundestags-Vizepräsidentin gewählt – als Ersatz für ihren Parteikollegen Peter Hintze, der im November im Alter von 66 Jahren gestorben war. Die CDU nahm wieder jemanden aus dem großen Landesverband Nordrhein-Westfalen

Für ein paar Monate, noch bis zur Bundestagswahl am 24. September, wechselt Noll von ihrem internen Organisationsjob in der Unions-Fraktionsführung auf einen sehr öffentlichen Posten. Vom zentralen, leicht erhöhten Sitz unter dem Bundesadler im Plenarsaal des Reichstags leitet sie künftig abwechselnd mit fünf Kollegen aller Fraktionen und Bundestagspräsident Norbert Lammert die Parlamentssitzungen.

Schon bei ihrem Start in die Politik Mitte der 90er-Jahre hatte sie den Titel „ZBV-Frau“ (zur besonderen Verwendung)“, hat Noll einmal erzählt. Alleinerziehend war sie damals und wollte sich nicht auf die Mutterrolle reduzieren lassen. „Ich wollte nicht die Hausfrau spielen – wozu habe ich studiert?“ Über den Ärger über fehlende Kindergartenplätze kam die Juristin zur Politik. Sie sei „nicht das Standardmodell für klassische CDU-Wähler“ gewesen, sagt Noll. Das zeigte sich erneut 2001, als sie sich für den Bundestag aufstellen lassen wollte. Es war die Zeit kurz nach den Terroranschlägen vom 11. September in den USA. Die in Düsseldorf geborene Noll hieß noch Tadjadod, wie ihr Vater, ein Iraner, der einst unter dem Schah Wirtschaftsminister war. Aber sie bekam das Mandat.

Im Bundestag hat sie dann bald Ärger mit ihren eigenen Leuten bekommen, die ihr vorwarfen, im Visa-Untersuchungsausschuss den wortmächtigen damaligen Außenminister Joschka Fischer zu zahm behandelt zu haben. Gegen einen anderen kam sie leichter an: Zweimal gewann sie in Mettmann bei Düsseldorf das Direktmandat gegen Peer Steinbrück – auch 2013, als der SPD-Kanzlerkandidat war. Noll kümmerte sich weiter vor allem um familienpolitische Themen, übernahm erst das Justitiariat und kümmerte sich dann als eine mehrerer Fraktionsgeschäftsführer um die Organisation von Sitzungen und Veranstaltungen.

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