Treffen am Donnerstag und Freitag

Kultusminister beraten über Corona und vergleichbare Schulabschlüsse

Die Corona-Krise hat einige Themen im Schulbereich verdrängt, darunter die Frage nach mehr Gemeinsamkeit bei Schulabschlüssen und Prüfungen in Deutschland. Die Kultusminister der Länder beraten nun darüber.
15.10.2020, 10:37
Lesedauer: 2 Min
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Von dpa

Die Kultusminister der Länder beraten an diesem Donnerstag und Freitag über die Lage der Schulen in der Corona-Pandemie und über eine bessere Vergleichbarkeit von Schulabschlüssen. Die Kultusministerkonferenz (KMK) findet wegen Corona erneut als Videokonferenz statt.

Auf der Tagesordnung stehen Gespräche über die Einrichtung des lange geplanten Bildungsrates. Das Gremium, vorwiegend aus Wissenschaftlern, soll die Länder in bildungspolitischen Fragen beraten. Zudem deutet sich an, dass die Länder bei einer geplanten vertraglichen Vereinbarung für mehr Vergleichbarkeit bei Schulabschlüssen zum Abschluss kommen könnten. In der Vergangenheit wurde immer wieder darüber diskutiert, ob etwa das Abitur in verschiedenen Bundesländern wegen unterschiedlicher Anforderungen gleich viel „wert“ sei.

Nach Angaben von Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) geht es nun darum, dass künftig verbindlich ein bestimmter Anteil der Abiturprüfungen aus den gemeinsamen Aufgabenpools der Länder übernommen werden soll. Solche gemeinsamen Aufgabenpools gibt es für die Fächer Deutsch, Mathe, Englisch und Französisch. Allerdings gilt bisher, dass Aufgaben daraus verwendet werden können. Eine Pflicht gibt es nicht.

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Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) sagte vor den Beratungen, man sei auf der Zielgeraden bei der Erarbeitung einer Vereinbarung oder eines Staatsvertrages. „Da geht es insbesondere um die Vergleichbarkeit aller Schulabschlüsse.“ Die baden-württembergische Bildungsministerin Susanne Eisenmann (CDU) sagte den „Badischen Neuesten Nachrichten“ sogar: „Wir werden die Grundlage verabschieden, wonach wir bis in fünf Jahren das gleiche Abitur, die gleiche Mittlere Reife, den gleichen Hauptschulabschluss in ganz Deutschland schreiben werden.“

Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin und derzeitige KMK-Präsidentin Stefanie Hubig (SPD) sprach vorab von „zwei voll gepackten Tagen mit spannenden und richtungsweisenden Themen für unsere Bildungslandschaft“.

Die stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Katja Suding forderte von der Kultusministerkonferenz „konkrete Vereinbarungen, wie das Bildungssystem in Deutschland grundlegend modernisiert werden kann“. Umfragen hätten gezeigt, dass sich auch die große Mehrheit der Bevölkerung mehr Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern wünsche.

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Über die Corona-Lage an den Schulen soll nach Angaben Hubigs erst am Freitag beraten werden. Konkrete Beschlüsse deuteten sich hier vorab aber nicht an. Sowohl die Kultusminister als auch die Bundesregierung hatten zuletzt immer wieder betont, dass flächendeckende Schulschließungen wie im Frühjahr unbedingt vermieden werden sollten. Offenen Schulen und Kitas wird „oberste Priorität“ eingeräumt. Unklar bleibt, inwiefern das bei den steigenden Infektionszahlen gelingt.

Diskutiert wird vor diesem Hintergrund auch viel über das Lüften an den Schulen. Vor dem Beginn der KMK-Beratungen an diesem Donnerstag will das Umweltbundesamt, wie im September zugesagt, eine Handreichung für alle Schulen zum Thema Belüftung vorstellen. In den vergangenen Tagen hatte es eine Debatte über Kälte, Mützen und Schals im Klassenzimmer gegeben. Experten empfehlen zur Verringerung der Ansteckungsgefahr alle 20 Minuten zu lüften.

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