Kommentar zum Frauen-Nachttaxi

Kurios

Bremen will Taxis mehr Kunden verschaffen, indem es den sogenannten Winke-Tarif einführt. Im Gegenzug soll das Frauen-Nachttaxi abgeschafft werden. Unser Kommentator André Fesser hält das für falsch.
18.07.2017, 20:48
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Von André Fesser

Nun soll er also kommen, dieser Winke-Tarif und den Bremer Taxifahrern die Autos füllen. Das Prinzip ist ja nicht neu, man kennt es aus dem Kino: Kunde winkt, Taxi hält, ab die Post! Allerdings wird der Held im Film auch immer wieder mal im Regen stehen gelassen. Wenn die Taxifahrer in Bremen also nicht nur zurückwinken, sondern auch anhalten, dann ist der Winke-Tarif womöglich ein Fortschritt.

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Ein schlimmer Rückschritt wiederum wäre die Abschaffung des Frauen-Nachttaxis. Es mag ja sein, dass diese Einrichtung nicht mehr so stark genutzt wird wie noch vor 20 Jahren. Aber daraus zu folgern, dass es nicht sinnvoll ist, Schutz suchenden Menschen dieses Angebot zu machen, ist schon kurios. Eine Alternative gibt es nämlich nicht.

Dafür gibt es aber den Befund, dass die Institution Frauen-Nachttaxi zu wenig bekannt ist, zu sperrig in der Anwendung und obendrein bei vielen Fahrern unbeliebt, weil deren Einnahmen dadurch geringer ausfallen. Anstelle der Abschaffung des Frauen-Nachttaxis wäre also vielmehr dessen Reform geboten. Und ein Blick in andere Städte: Freiburg zum Beispiel führt das Nachttaxi gerade wieder ein.

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