Hamburg ringt sich zur XXL-Version des Deckels über der A 7 vor dem Elbtunnel durch Länger unter der Haube

Hamburg. Hamburg macht nach einer Endlos-Geschichte jetzt den Deckel drauf: Die Stadt hat sich nach jahrelanger Diskussion dazu durchgerungen, den Lärmtunnel auf der Autobahn 7 (A 7) unmittelbar vor dem Elbtunnel auf 2,3 Kilometer zu verlängern und dafür rund 180 Millionen Euro aus der eigenen Kasse zu investieren. Der sogenannte lange Deckel kostet rund 265 Millionen Euro extra.
27.01.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Länger unter der Haube
Von Markus Lorenz

Hamburg macht nach einer Endlos-Geschichte jetzt den Deckel drauf: Die Stadt hat sich nach jahrelanger Diskussion dazu durchgerungen, den Lärmtunnel auf der Autobahn 7 (A 7) unmittelbar vor dem Elbtunnel auf 2,3 Kilometer zu verlängern und dafür rund 180 Millionen Euro aus der eigenen Kasse zu investieren. Der sogenannte lange Deckel kostet rund 265 Millionen Euro extra. Aus dem Verkauf von Wohnungsbauflächen am Rand der Autobahn erhofft sich die Stadt im Gegenzug Einnahmen von rund 85 Millionen.

Diese Lösung haben die Fraktionsvorsitzenden von SPD (Andreas Dressel) und Grünen (Anjes Tjarks) jetzt bestätigt. Allerdings knüpfen sie den Plan an eine Bedingung. Der Bezirk Altona solle einen Beschluss zum Bau von 2200 Wohnungen auf den Grundstücken entlang der dann lärmgedeckelten A 7 fassen. Eine solche Entscheidung gilt jedoch als wahrscheinlich, schließlich gehörte der Bezirk stets zu den größten Befürwortern der XXL-Lärmhaube.

Für den Schutz der Anwohner vor dem Krach der täglich rund 150 000 Fahrzeuge ist in erster Linie der Bund als Träger der A 7 zuständig. Allerdings finanziert Berlin lediglich so viel Lärmschutz, wie das Gesetz es vorschreibt. Im Falle der A 7 zwischen Bahrenfeld und dem Elbtunnel ist dies ein 730 Meter langer Abschnitt zwischen der S-Bahnbrücke Behringstraße und dem Elbtunnel, zuzüglich weiterer Lärmschutzwände im weiteren Verlauf. „Aus Gründen der Stadtentwicklung wäre ein längerer Deckel jedoch die bessere Variante“, sagen Dressel und Tjarks unisono. Kommen 2,3 Kilometer der lärmigen Autobahnpiste unter die Haube, würden die zerrissenen Stadtteile Altona, Bahrenfeld und Othmarschen wiedervereint. Zudem bieten die Grundstücke neben dem Lärmdeckel attraktive Flächen für zusätzlichen Wohnungsbau.

In diesen Zielen herrscht in den Hamburger Parteien seltene Einigkeit. Bis zuletzt hatte der Senat noch versucht, beim Bund zusätzliches Geld loszuschlagen, war damit aber erfolglos geblieben. Die Tunneloberfläche soll mit Parks und Kleingärten begrünt werden, so wie schon die beiden anderen geplanten Schalltunnel auf Hamburger Gebiet im Zuge der A 7-Verbreiterung um zwei Spuren. In Stellingen verschwindet ein rund ein Kilometer langer Teil der Autobahn unter der Erde, in Schnelsen wird der Deckel 560 Meter lang. Im letzteren Fall zahlt Hamburg übrigens ebenfalls drauf, weil der Bund auch in Schnelsen nur das Nötigste beisteuern wollte.

Nach den jetzigen Plänen könnte der Bau des langen Deckels frühestens im Jahr 2019 beginnen und dann etwa 2023 abgeschlossen sein. Die sich abzeichnende Lösung wäre ein großer Erfolg für die Bürgerinitiative „Ohne Dach ist Krach“. Diese hat mehr als 20 Jahre für die Überdeckelung der A 7 im Allgemeinen und den langen Deckel im Besonderen gekämpft.

Die rot-grüne Koalition strebt die Gründung einer eigenen Realisierungsgesellschaft für den Verkauf der Grundstücke an. Die Behörden bereiten derweil eine verbindliche Absichtserklärung vor, der die Bezirksversammlung Altona zustimmen muss. Die Bürgerschaft könnte sodann noch vor der Sommerpause endgültig grünes Licht für die Langversion des A 7-Deckels geben.

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