Vorbereitungen zur Europawahl am Sonntag Lange Stimmzettel, lange Nacht

Bremen. Abwarten und Espresso trinken – so könnte das Motto zur Europawahl lauten. Bis zur Schließung der Wahllokale in Mailand, Rom oder Neapel um 23 Uhr wird amtlich nicht veröffentlicht, wie die Abstimmung im Land Bremen ausgegangen ist.
24.05.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Lange Stimmzettel, lange Nacht
Von Wigbert Gerling

Abwarten und Espresso trinken – so könnte das Motto zur Europawahl lauten. Bis zur Schließung der Wahllokale in Mailand, Rom oder Neapel um 23 Uhr wird amtlich nicht veröffentlicht, wie die Abstimmung im Land Bremen ausgegangen ist.

Europaweit werden bis Sonntagnacht um 23 Uhr unter den rund 400 Millionen EU-Bürgern die Stimmen gesammelt, die entscheiden, welche Parteien wie viele der 751 Sitze im Europaparlament bekommen. Deutschland stehen 96 Mandate zu. Maßgeblich ist dabei die Bevölkerungsgröße der Mitgliedsstaaten. In einigen Ländern – beispielsweise in den Niederlanden oder in Großbritannien – wurden in dieser Woche bereits die Stimmen abgegeben, am Sonntag wird noch in 20 weiteren Ländern gewählt.

Gut 400 000

Wahlberechtigte gibt es laut Landeswahlleiter Jürgen Wayand in Bremen. Auf dem Stimmzettel stehen 24 deutsche Parteien – entsprechend lang ist das Papier. Derzeit ist Bremen allein mit der grünen Abgeordneten Helga Trüpel vertreten, die ebenso auf einer Bundesliste kandidiert wie Kandidat Joachim Schuster (SPD) oder Sofia Leonidakis (Linke). Trüpel erreichte bei den Grünen Platz sieben und gilt als eher sichere Kandidatin. Schuster wurde auf Rang 21 platziert. Beim letzten Mal reichte es bis Platz 23. Und Leonidakis bekam Listenplatz 9 und damit womöglich eine Chance. Wegen der CSU in Bayern hat die CDU eigene Landeslisten. Der Bremer Spitzenkandidat Carl Kau hat damit kaum Aussichten auf ein EU-Mandat.

Unter anderem sind die Blicke am Sonntag auch darauf gerichtet, welchen Grad an Interesse die Europawahl am 25. Mai erreicht. Vor fünf Jahren betrug die Wahlbeteiligung im Bundesland 38,9 Prozent – in Bremen lag sie etwas darüber, in Bremerhaven etwas darunter. Wer keine deutsche Staatsangehörigkeit hat, aber als EU-Bürger in Bremen wohnt, kann seine Stimme hier abgeben. Voraussetzung dafür ist, dass bis Anfang Mai ein Antrag gestellt worden war. Ausnahme: Alle, die seit 1999 an der Abstimmung teilgenommen hatten, sind automatisch im Wählerverzeichnis. Für die Hansestadt wurden diesmal 450 Anträge von EU-Bürgern auf Stimmabgabe in Bremen gestellt. Hinzu kommen 1050 Wählerinnen und Wähler, die seit Jahren registriert sind und „antragsfrei“ wieder abstimmen können.

Bremen hat 352 Wahlbezirke, Bremerhaven 74. In fast allen ist dafür gesorgt, so Landeswahlleiter Wayand, dass Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer einen barrierefreien Zugang haben. Das Wahlamt sei bemüht, den Anteil auf hundert Prozent zu steigern, aber dies sei unter anderem aus baulichen Gründen nicht überall möglich. Auf den Wahlbenachrichtigungen ist vermerkt, ob das betreffende Wahllokal barrierefrei ist.

Das Interesse an einer Briefwahl ist nach dem Eindruck im Wahlamt gestiegen. Genaue Zahlen für 2014 gibt es noch nicht, weil die Frist bis Sonntag 18 Uhr läuft. Vor fünf Jahren waren rund 30 000 entsprechende Anträge gestellt worden – und etwa 28 000 Voten wurden dann tatsächlich per Brief abgegeben. Für die bevorstehende Europawahl sind etwa 38 000 Anträge auf Briefwahl gestellt worden.

Bremer Parteien haben Sonntag ab etwa 17.30 Uhr zu Wahlpartys eingeladen. SPD-Treffpunkt ist am „Kwadrat“ an der Wilhelm-Kaisen-Brücke, die CDU verfolgt den Wahlabend in der Zentrale Am Wall 135. Die Grünen sind im Café Blau in der Überseestadt, die Linke ist im „Dete“ an der Lahnstraße und die AfD-Bremen im Hotel Radisson Blu, Böttcherstraße.

Lesen Sie auch

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+